Das Thema Prozesse betrifft sicherlich jeden Menschen, der sich auf dem Weg zu sich selbst befindet. Was sind Prozesse und wohin führen sie uns? Diese Fragen möchte ich in diesem Artikel beantworten.

 

Was ist ein Prozess?

Das Wort Prozess wird von dem lateinischen Wort procedere hergeleitet, was übersetzt werden kann mit „vorwärts gehen“. Demnach ist ein Prozess das, was wir durchleben, wenn wir uns im Leben vorwärts bewegen.

Meiner Auffassung nach bewegen wir uns nur dann wirklich vorwärts, wenn wir uns immer wieder ganz bewusst und hingebungsvoll den Herausforderungen unseres individuellen Lebenswegs stellen. So wachsen wir weiter und weiter und lassen immer mehr von dem zurück, was wir einmal glaubten zu sein. Wir wachsen immer wieder über uns selbst hinaus, nähern uns unserem authentischen Wesenskern an und integrieren unsere großartigen Gaben und Potentiale.

 

Im Werden sein

Menschen werden häufig als mehr oder weniger feste oder fertige Persönlichkeiten dargestellt. Sie werden als durchweg stark, erfolgreich, authentisch oder wie auch immer angesehen.

Doch wer sich selbst aufmerksam beobachtet, erkennt, dass er sich stets im Werden befindet. Du „besitzt“ keine Eigenschaften, doch du kannst sie im höheren oder geringeren Maße in deinem Leben zum Ausdruck bringen. Meist variiert in unterschiedlichen Lebensbereichen die Ausprägung einer Eigenschaft.

So kann Jemand zu Hause oder in seinem Freundeskreis zu 85% authentisch sein und bei der Arbeit hingegen nur zu 40%.

Die Erkenntnis, dass jeder Mensch immer im Werden ist, nimmt unnötigen Druck aus deinem Leben. Besonders dann, wenn du danach strebst etwas zu sein, das praktisch kaum umzusetzten ist. Damit meine ich nicht, dass 100% Authentizität nicht ein sinnvolles Lebensziel sein können. Doch eine weitere Perspektive, die mehr Individualität und Vielfalt erlaubt, hilft dir illusorische Perfektion oder ein einseitiges Selbstverständnis aufzudecken.

 

Prozesse

 

Auf Prozesse folgen . . .  Prozesse!

Jedes Mal, wenn wir einen wichtigen Prozess bewältigen, gelangen wir unweigerlich in neue Prozesse. Wozu das Ganze?

Ich sehe im fortwährenden Bewältigen, im Lernen und Wachsen einen Aspekt unseres Lebenssinns. Nur durch Herausforderungen ist es möglich zu wachsen. Und Herausforderungen bringen Prozesse mit sich: Leichte und weniger leichte; lange und kurze; beiläufige und transformierende. Unsere Prozesse können so individuell unterschiedlich sein, wie wir es sind. Sie bergen immer wieder Überraschungen in sich, diese machen unser Leben lebenswert und spannend!

 Der Weg ist das Ziel

Ein alter Spruch, den du sicherlich kennst. Für mich ist die Botschaft dieses Spruches, dass es darauf ankommt sich ganz auf den Weg einzulassen und den eigenen Fokus nicht fortwährend auf fixe Zielvorstellungen zu richten.

 

Ziele

Ich habe mir schon häufiger die Frage gestellt: Wo liegt für mich die Bedeutung bzw. Gewichtung von Zielen? Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten, denn es gibt unterschiedliche Arten von Zielen.

Zeitlich gesehen kann man sie in kurzfristige, mittelfristige oder langfristige Ziele einordnen. Kurzfristige Ziele haben wir jeden Tag, z.B. Was steht heute für mich an, was möchte ich noch erledigen?

Langfristige Ziele beziehen sich eher auf die eigene Lebensplanung, den Karriereweg etc.

Hier gibt es wiederum unterschiedliche Ebenen, z.B.

  • materielle Ziele: Ich möchte ein Haus besitzen
  • berufliche Ziele: Ich möchte erfolgreicher Unternehmer sein
  • familiäre oder partnerschaftliche Zielen: Ich möchte eine bereichernde Ehe führen
  • Lebensziele: Ich möchte ein erfülltes Leben führen

Jeder Mensch verfolgt Ziele und es ist hilfreich, sich die eigenen bewusst zu machen. Selbst dann wenn wir eher prozessorientiert als zielorientiert leben.

Zu beachten ist in diesem Zusammenhang, dass es zu etwa 95% unser Unbewusstes ist, das entscheidet, ob du deine Ziele tatsächlich erreichen kannst. Wenn du also ganz zielorientiert etwas Bestimmtes in deinem Leben ansteuerst, möchte ich dir ans Herz legen, Blockaden und Hindernisse aus deinem Unbewussten zu klären. So werden von innen her sabotierende Muster aufgelöst und dein Weg zum Ziel geebnet. Vielleicht erkennst du bei dieser Klärung sogar, dass nicht alle Ziele, die du aufrecht erhältst, wirklich deine eigenen sind und manche dich sogar am Voranschreiten auf deinem Weg hindern.

 

Richtung

 

Die eigene Richtung finden

Für mich geht es bei Zielen um die Richtung, die ich meinem Leben gebe.

Es gab schon einige Phasen in meinem Leben, während der ich mich wie im Nebel gefühlt habe. Ich konnte meine Richtung nicht erkennen.

Je mehr ich unbewusste, boykottierende Anteile und Muster in mir identifiziere, je mehr Einflüsse ich loslasse, die mich daran hindern meinen eigenen authentischen Weg zu gehen, desto klarer erkenne ich meine eigene Richtung.

Auf diesem Weg habe ich wieder die Verbindung zu meiner Quelle gefunden, dazu was mich auf der allen Ebenen nährt und stärkt. In Verbindung mit dieser Quelle, öffnen sich wieder “verstopfte Kanäle” und ich kann meine Richtung nicht nur sehen, sondern auch spüren. Die empfunde Sinnhaftigkeit meines Lebens hat sich dadurch enorm vergrößert.

Wie sieht es bei dir aus? Kennst du deine Richtung? Fühlst du sie ganz klar in dir? Wohin führen deine Prozesse?

 

Phoenixmomente und Dauerschleifen

Ein wichtiger Aspekt beim Thema Prozesse ist das, was Uwe Albrecht als Phoenixmomente beschreibt.

Es gibt Momente, in denen du plötzlich wichtige Entwicklungsstufen bewältigst. Dann bist du bist an den Herausforderungen deiner Prozesse über dich selbst hinaus gewachsen. Kennst du das? Das Bewältigen einer Entwicklungsstufe muss nicht von einem Moment auf den nächsten erfolgen. Es ist jedeoch deutlich spürbar, wenn du dich immer mehr zu Hause auf der neuen Stufe fühlst und die alte hinter dir lässt.

Viele Menschen erleben allerdings auch Dauerschleifen, in denen sie festzuhängen scheinen. Sie stecken in wichtigen Prozessen fest, die sie bisher nicht bewältigen können. In solchen Situationen wurden Phoenixmomente übergangen oder verpasst.

 

 

Phoenix

 

Phoenix aus der Asche

Worauf bezieht sich das Wort Phoenixmomente?

Der Phoenix aus der Asche ist ein Bild aus der Mythologie. Er verfällt erst zu Staub und Asche, lebt dann aus seiner Asche wieder auf und erhebt sich ins Licht. Im Zusammenhang von transformierenden Prozessen und Entwicklungsstufen, steht die Asche dafür, dass eine alte Identifikation losgelassen wird. Dadurch kann anschließend etwas Neues entstehen, das ihm seinem eigenen Licht näher bringt.

Für dich kann in solchen Zeiten der Eindruck entstehen, dass dein Leben oder zumindest ein Bereich davon in „Trümmern“ liegt. Wenn du dann bereit bist, das Alte loszulassen, weiter auf deinen Weg vertraust und in Anbindung mit deiner reinen Quelle oder Lebensaufgabe bleibst, kann wieder fruchtbares Neues entstehen. So fruchtbar, dass du eine weitere Stufe auf der Treppe deiner inneren Entwicklung bewältigst. Dieses Wachstum manifestiert sich dann auch in deinem äußeren Leben.

Welche waren deine Phoenixmomente und wie hat sich dein Leben dadurch geändert?

Auf meinem eigenen Lebensweg habe ich erfahren, dass ich immer dann, wenn ich wichtige Entwicklungsschritte nicht vollständig abschließen wollte oder konnte, in Schlaufen festhing. Diese stetige Konfrontation mit ein und demselben Thema, hat mich auf lange Zeit gesehen dahin gebracht, mich endlich auf den Weg der Bewältigung meines Themas bzw. meiner Themen zu machen.

Aus dieser Erfahrung heraus sehe ich Dauerschleifen als Geschenke, die es nur gilt anzunehmen.

Du kannst für jede Dauerschleife in der du festhängst dankbar sein. Denn sie gibt dir immer wieder die Möglichkeit dazu, endlich zu erkennen, dich neu auszurichten, zu wachsen und einen grundlegenden Entwicklungsschritt zu bewältigen.

 

Prozesse bewältigen

Aus meiner Sicht ist das gesamte innerwise System darauf ausgerichtet, dich bei der Bewältigung deiner Prozesse zu unterstützen. Allein durch innerwise stehen dir in der Selbstanwendung, durch ein Coaching, die Teilnahme an einem Dare Day oder einem Kurs bei einem innerwise Mentor großartige Möglichkeiten zur Verfügung, um effizient bei der Bewältigung deiner Prozesse weiterzukommen.

Natürlich gibt es darüber hinaus unzählige weitere Möglichkeiten zur Prozessbewältigung. Wahrscheinlich nutzt du davon bereits einige und kannst selbst über wertvolle Erfahrungen berichten.

Ich kann dir hier kein “Patentrezept” geben, denn wie bereits erwähnt ist jeder Prozess so individuell wie du es als Menschen bist. Ich möchte dich an dieser Stelle einfach dazu einladen, alles was dir möglich ist zu tun und in Bewegung zu setzen, um wichtige Prozesse abzuschließen und zu bewältigen.

Sei es dir selbst Wert, deiner Prozessbewältigung Zeit und Raum zu schenken.

 

liebevolle Prozesse

 

Eine liebevolle Haltung den eigenen Prozessen gegenüber

So sehr ich in meinem Leben mich auch schon gegen einige Prozesse und Herausforderungen gewehrt habe: Ich liebe meine Prozesse!

In den Momenten, wo du wie der Phoenix aus der Asche steigst und dich selbst, dein Leben und die Welt aus einer noch weiteren Perspektive wahrnehmen kannst, ist eines ganz klar: Ja, das ist es Wert!

In der eigenen Entwicklung Stufe für Stufe zu bewältigen und dabei immer klarer und weiter zu werden, das macht auch all die Stolpersteine und Hürden auf diesem Weg wertvoll. Jeder Prozess und sei er noch so hart und herausfordernd, ist ein Geschenk für den eigenen Lebensweg und unser Wachstum. Daran erinnere ich mich selbst gerne, wenn ich mich mal von einem Prozess überrollen und aus meiner Mitte bringen lasse.

Nun wünsche ich dir weiterhin viele bereichernde Prozesse und hin und wieder als wegweisende Erfahrung und Motivation einen Phoenixmoment, der dich deinem vollkommenen authentischen Selbst wieder einen grundlegenden Schritt näher bringt.

Von Herzen

Dora