Das Thema Lebensaufgabe begleitet mich, wie der Name an sich auch vermuten lässt, bereits mein Leben lang. Das war mir allerdings bis vor Kurzem nicht ganz bewusst. Während der letzten Monate und Wochen hat sich mein Bewusstsein für dieses Thema vertieft und lässt es in einem neuen Licht erscheinen.

In diesem Artikel teile ich dazu einige meiner aktuellen Ideen und Erkenntnisse mit dir. Vielleicht kannst du dich und deinen Weg ja in meinen Beschreibungen wiederfinden und etwas daraus mitnehmen.

 

Lebensaufgabe

Das, was durch das Wort „Lebensaufgabe“ zum Ausdruck kommt. habe ich durch die Arbeit und Philosophie von Uwe Albrecht erst richtig erfasst. So weit ich ihn richtig verstehe, ist damit das gemeint, was häufig als Berufung bezeichnet wird. Bei dem Begriff Lebensaufgabe ist für mich allerdings deutlicher erkennbar, dass es sich nicht nur um eine Aufgabe handelt, die mit dem eigenen beruflichen Handeln in Verbindung steht.

Unter Lebensaufgabe verstehe ich das, was die große übergeordnete Aufgabe unseres individuellen menschlichen Lebens ist. Diese Aufgabe kann in allen Lebensbereichen zum Ausdruck kommen, nicht nur im beruflichen Kontext.

Wir stehen mit unserer Aufgabe als Individuum nicht „alleine“ da. Wir tragen zwar die alleinige Verantwortung für unsere Lebensaufgabe, sind aber über unsere Lebensaufgaben miteinander verbunden. Natürlich ist das nicht die einzige „Verbindung“, die zwischen uns besteht. Es ist allerdings eine sehr intensive, wie ich derzeit erleben darf.

 

Leben ohne Aufgabe

Nicht jeder Mensch entscheidet sich dazu, die Verbindung zur eigenen Lebensaufgabe herzustellen und diesen Weg zu gehen. So weit ich das beurteilen kann, entscheiden sich die meisten Menschen dafür, einfach zu leben, ohne Aufgabe. Das heißt nicht, dass sie sich selbst und ihrem Leben nicht auch immer wieder Aufgaben stellen, an diesen ihre Freude haben und daran wachsen. Es heißt nur, dass sie sich nicht für das Bewusstsein einer größeren Aufgabe öffnen. Es ist einfach nicht Jedermanns Sache und das macht die Vielfalt des Lebens und der Welt so wunderschön und bunt.

Leben ohne Aufgabe“ ist zwar etwas provokativ formuliert, aber nicht als Bewertung gemeint. Es ist auch nicht so gemeint, dass das Leben ohne Lebensaufgabe weniger Sinn hat. Ein Leben ohne eine Lebensaufgabe verfolgt einfach andere Ziele und Aufgaben, ohne die bewusste Gerichtetheit auf die eigene Lebensaufgabe. That’s it

 

Die Verbindung zur Lebensaufgabe

Uwe Albrecht beschreibt in seinem System Dare to B’Riched auf anschauliche und umfassende Art und Weise, wie der Zugang zur eigenen Lebensaufgabe Schritt für Schritt freigesetzt werden kann. Er fasst darin seine eigenen langjährigen Erfahrungen und die seiner zahlreichen Klienten, Kursteilnehmer, Coaches und Mentoren zusammen. Ich gehe davon aus, dass es immer eine Vielzahl von Varianten, Möglichkeiten und Herangehensweisen gibt, um sich einer Lösung anzunähern. Daher möchte ich dich dazu einladen, den Weg, den ich im folgenden Absatz kurz anreiße, nur als eine Variante im Ozean unerschöpflicher Möglichkeiten aufzufassen. Diese Möglichkeit funktioniert allerdings nach meiner eigenen Erfahrung und der vieler anderer Menschen wirklich sehr effektiv.

Auf dem von Uwe beschriebenen Weg ist es nötig, sich mit der eigenen Integrität, Selbstliebe, Präsenz, Hingabe, dem eigenen Lebensweg und der Demut dem großen Ganzen gegenüber auseinanderzusetzen. Durch das Erkennen der eigenen Themen und ihre energetische Klärung, werden all diese Aspekte in den Fluss gebracht. So gelingt es, sie Schritt für Schritt im eigenen Leben auszuprägen und auf allen Ebenen zu entfalten.

 

Integrität, Präsenz, Lebensweg

 

Bei der Auseinandersetzung mit diesen Themen entstehen immer wieder neue wichtige To-Do’s im eigenen Leben. Je konsequenter und umfassender Erkenntnisse integriert werden, desto geringer werden die Blockaden und Hindernisse, die dich davon abhalten, deine Lebensaufgabe zu leben.

Es liegt nicht nur an der Ausdauer und Intensität deiner „Bemühungen“, den Weg zu deiner Lebensaufgabe zu ebenen. Deine Verbindung zu deiner Lebensaufgabe wird von vielen unterschiedlichen Faktoren beeinflusst. Sich redlich zu bemühen, ist also auch hier kein Qualitätsmerkmal. Ein wichtiger Schritt ist es, das eigene „Wollen“ aufzugeben und sich in eine wachsende Hingabe ans Leben hineinzubegeben.

Auf der anderen Seite darfst du in deinem Leben und Systemen auch Themen klären, die deine Lebensaufgabe daran hindern, dich zu erreichen, damit die Verbindung zwischen euch entstehen kann.

 

Gehen ohne zu Drängen

Für mich war und ist es auf diesem Weg eine fortwährende Herausforderung, nötige Schritte zu gehen und mich zur gleichen Zeit mit meinem Wollen zurückzunehmen. Es bedarf einer Passivität inmitten von Aktivität. Lao Tse hat das in einem seiner Verse sehr anschaulich beschrieben:

Wer nach Wissen sucht, weiß mit jedem Tag mehr.

Wer den Weg sucht, tut mit jedem Tag weniger.

Weniger, immer weniger ist zu tun, bis man beim Nicht-Tun ankommt.

Ist man beim Nicht-Tun angekommen, bleibt nichts ungetan.

Was hier aus dem Chinesischen mit “Nicht-Tun” übersetzt wurde, bedeutet für mich, dass aus einer reinen Präsenz heraus gehandelt wird. Es wird das getan, was durch dich ins Leben kommen möchte, ohne dass du aus einer begrenzten persönlichen Sicht heraus darauf Einfluss nimmst. Du lässt geschehen und beobachtest dich selbst beim Handeln. 

 

Next Level

So weit so gut. Sobald die Verbindung zur Lebensaufgabe da ist und die Kommunikation mit ihr klar und deutlich wird, öffnen sich viele Türen und es folgt ein ordentlicher Schwung neuer Impulse. Ab diesem Zeitpunkt steigt deine Verantwortung. Du bist dann nicht mehr ausschließlich für dich selbst und dein Leben verantwortlich. Du trägst dann ebenfalls die Verantwortung für eine möglicherweise nicht gerade zierliche Aufgabe. Mit allen „Vor- und Nachteilen“.

Ich denke, es ist sehr individuell und unterschiedlich WIE dem Einzelnen klar wird, dass er nun mit der Lebensaufgabe in Verbindung steht. Doch gemeinsam ist vielen Menschen, mit denen ich mich bisher dazu ausgetauscht habe, dass irgendwann einfach das “Wissen” auftaucht, nun verbunden zu sein.

Für mich haben sich vermehrt Synchronizitäten, wundersame Fügungen, aber auch klare konfrontierende Ereignisse ergeben. So nach dem Motto: „Jetzt gilt es zu handeln, hier ist der Weg. Ich sag dir noch nicht wo unser Ziel ist, aber bekenne dich und setzte alles in Bewegung, um unseren gemeinsamen Weg zu ebnen.“

 

Next Level

 

Meine Erkenntnisse zum Thema Lebensaufgabe

Wie du siehst, stehe ich selbst gerade erst am Anfang meines Abenteuers und kann für das Nächste Level erst wenige Erfahrungen mit dir teilen. Durch die Verbindung zu meiner Lebensaufgabe hatte ich jedoch bereits eine große Fülle an Erkenntnissen, die damit zusammenhängen. Einige davon möchte ich hier mit dir teilen.

Seitdem ich das Gymnasium in der 11. Klasse aus einem großen Schulfrust heraus verlassen habe, war für mich klar, dass ich in meinem Leben etwas machen möchte, das mir Spaß macht. Dabei habe ich mich wirklich sehr vielseitig und kreativ von einer Tätigkeit zur nächsten gehangelt. Das Meiste davon hat mir sogar zum Großteil Spaß gemacht. Doch mit der Zeit erkannte ich immer wieder, dass mir die Sinnhaftigkeit in meiner Arbeit und meist auch in meinem Leben fehlte. Es stellten sich mir immer wieder folgende Fragen:

Wie sinnvoll empfinde ich das, was ich tue? Macht es mir wirklich Freude? Was empfinde ich als wirklich sinnvoll? Was macht mir nicht nur Freude, sondern erfüllt mich?

Und obwohl ich auch immer wieder Veränderungen gewagt habe, um meinem „Sinn“ näher zu kommen, konnte ich einfach nicht erkennen, was für mich wirklich passt. Rückblickend verstehe ich, dass eine Vielzahl von Themen an dieser Suche beteiligt waren. Es gab Blockaden in mir und in meinem Leben, die recht ausdauernd verhindert haben, dass ich „meinen Weg“ finde. Das Lustige an dem ganzen Theater ist, dass diese Blockaden mich dazu gebracht haben, bestimmte Fähigkeiten zu trainieren und auszuprägen. Und erst dadurch ist es mir jetzt möglich, die Aufgabe, deren Inhalt ich noch nicht ganz erfassen kann, zum Leben zu erwecken.

Mittlerweile empfinde ich diese relativ lange Suche als phantastische komplexe Struktur. Diese hat mich dauerhaft und gezielt darauf vorbereitet, wofür ich hier bin. Und das macht sie natürlich auch weiterhin. Dafür bin ich sehr dankbar.

Das Leben bereitet jedem Menschen genau den Weg, der für ihn und seine Ziele am stimmigsten ist. Das ist nicht nur ein großes Wunder, sondern in seiner Genauigkeit und Komplexität erschütternd genial.

 

Vernetzte Gestaltung

Wer oder was ist das Leben? Das Leben umfasst unter anderem eine unglaublich große Vielfalt an Einzelwesen. Und hier lade ich dich ein, nicht nur Tiere in deine Schublade zu packen, die du für das Wort „Wesen“ verwendest. Jede Pflanze, jedes Objekt, jedes Haus, jedes Projekt, jede Idee, jedes System, jede Philosophie, jeder Planet, der Kosmos, alles was existiert hat ein Wesen. Das kann sich der Verstand zunächst schlecht vorstellen. Doch durch eine Öffnung für all diese Wesen, entstehen anschauliche Erfahrungen, die diese Sichtweise untermauern.

Das Leben besteht also auf einer Ebene aus einer Vielzahl von Einzelwesen. Auch du bist eines dieser Wesen. Jedes Wesen ist in der Lage, das Leben auf seine individuelle Art und Weise mitzugestalten. Und auch du bist – ob du dir dessen bewusst bist oder nicht – in jedem Moment Mitgestalter des Lebens, insbesondere für dein individuelles Leben.

Das Leben gestaltet und jedes Wesen gestaltet, also auch du.

Das Ganze nennt sich Co-Kreation.

 

Co-Kreation

 

Vielleicht ahnst auch du, wie unsagbar komplex und vielfältig dieses gemeinsame Gestalten vor sich geht. Und umso erstaunlicher ist es, dass jeder in der Lage ist, seinen Anteil der Gestaltung mit einer nachhaltigen Wirksamkeit für sich selbst und das große Ganze bewusst zu lenken.

Bei dieser Vorstellung, kann ich nur ungläubig und fasziniert dreinblicken in der Hoffnung, dass auch du erahnen kannst, was das für dein Leben bedeutet.

 

Intuitive Lebensgestaltung

Bereits bevor deine Bewusstheit so umfassend ist, dass du ein wirklich tiefes Verständnis für all diese Zusammenhänge entwickelst, gibt es einen Weg, Informationen und Erkenntnisse aus dem Unbewussten heraus für dich zu nutzen. Es ist der Weg deiner Intuition.

Umso intuitiver du dein Leben gestaltest, desto eher peilst du bereits die Richtung an, die wirklich für dich passt. Deine Intuition weist dir den Weg zu deinen Gaben. Ihr zu folgen, lässt deine Lebensfreude immer weiter wachsen.

 

Was ist Intuition?

Der unbewusste Anteil bei den meisten Menschen beträgt etwa 95 %. Dieser riesige Anteil ist vielen von uns nur indirekt zugänglich. Die übrigen 5% machen den bewusst wahrnehmenden, denkenden, fühlenden und handelnden Anteil vieler Menschen aus. Immerhin.

In den unbewussten 95% liegen ein enormes Wissen und atemberaubende Gaben verborgen. Intuition bedeutet, das Wissen und die Gaben, die immer vorhanden sind, zu nutzen, ohne sie unmittelbar zu erkennen.

Auch dann, wenn dir deine Fähigkeiten nicht bewusst sind und du sie nicht erkennen kannst, arbeiten sie permanent im Hintergrund und präsentieren dir über die Intuition grandiose Ergebnisse.

Intuition bedeutet, dass ein kleines Stückchen Wissen unverhofft in dein Bewusstsein kommt. Der Zusammenhang, der dahinter steckt, ist oftmals nicht klar. Doch das schmälert nicht die Weisheit und Gültigkeit dessen, was sich dir zeigt.

Ich finde es wichtig hier mit dem Wort „Wissen“ nicht „Allwissen“ zu verwechseln. Für mich bezieht sich das Wort „Wissen“ immer auf einen Ausschnitt der Realität. Doch auch wenn damit wahrscheinlich nie die „gesamte Wahrheit“ erfasst werden kann, ist es dennoch meist ein sehr treffender, hilfreicher Bruchteil davon.

Der Verstand kann diese scheinbar unzusammenhängenden Bruchstücke oftmals nicht einordnen. Es ist wichtig, sich bewusst für die eigene Intuition zu öffnen und ihr vertrauen zu lernen. So kann sie mit der Zeit von anderen, weniger wertvollen Informationen unterschieden werden und wird immer seltener ignoriert und abgetan.

Wird die Intuition ignoriert, weigerst du dich bewusst oder unbewusst, wichtige Hinweise zu erkennen, deiner inneren Weisheit zuzuhören und ihr zu vertrauen.

 

Die Sprache der Intuition

Ein kleines anschauliches Beispiel. Während der ersten zwei Lebensjahren meiner Tochter lebten wir in Rumänien. Sie nahm also tagtäglich die rumänische Sprache um sich herum wahr. Anschließend sind wir nach Deutschland gezogen und sie hört seither nur noch selten während einiger Wochen Urlaub im Jahr die rumänische Sprache. Hin und wieder fällt ihr ein rumänisches Wort ein und sie sagt es unbedacht vor sich hin. Wenn ich sie frage, was das bedeutet sagt sie: “Das hab ich mir gerade ausgedacht”. Dann erinnere ich sie daran, dass es ein Wort ist, das sie schon kennt, nur wieder vergessen hat.

Intuition bedeutet, dass dir ein Wort, ein Satz, ein Bild oder ein Zusammenhang einer Sprache einfällt, die du einmal gekannt hast. Vielleicht hast du diese Sprache zuletzt in deiner frühen Kindheit gehört. Doch sie lebt unbewusst in dir weiter.

Das Erstaunliche dabei ist, dass die Informationen aus dem Unbewussten, also die Botschaften deiner Intuition, meist zu einem sehr passenden Zeitpunkt auftauchen.

 

 

Intuition ins Leben reintegrieren

Eine der Aufgaben der Intuition, besteht aus meiner Sicht darin, dass sie uns immer wieder zu unserem „größeren Plan“ zurückzuführen möchte. Wir dürfen durch sie aktuell stimmige Schritte erkennen, um zurück auf unseren ursprünglichen Lebensweg zu gelangen. Je mehr die Intuition wieder ins eigene Leben integriert wird, desto mehr verstärkt sich die Verbindung zur eigenen Lebensaufgabe.

Daher ist es so wertvoll, den eigenen Zugang zur Intuition wieder zu verstärken und ihn für dich und deinen Weg zu nutzen.

Solange dir nicht klar ist, ob es sich bei deiner Wahrnehmung oder Eingebung wirklich um Intuition handelt, wird es dir schwer fallen, ihr Vertrauen zu schenken.

Doch je mehr Erfahrungen du damit machst, desto leichter wird es dir fallen, deiner Intuition zu vertrauen. Und für den Anfang, ist beispielsweise der Armlängentest eine schöne Möglichkeit, um „zu prüfen“, ob eine Wahrnehmung wirklich Intuition ist oder anders aufzufassen ist.

 

Lebensaufgabe und Intuition

Seit sich die Verbindung zu meiner Lebensaufgabe verstärkt hat, ist auch der Zugang zu meiner Intuition viel intensiver geworden. Es fühlt sich für mich so an, als hätten sich beide Zugänge zeitgleich verstärkt.

Das Leben zeigt sich mir nun aus einer anderen Perspektive und mit einer neuen Tiefe. Es kommt mir vor, als würde ich auf dieser neuen Stufe gerade erst laufen lernen. Ich fühle mich teilweise wieder wie ein Kind, das ehrfürchtig zur versorgenden liebevollen aber klar die Richtung weisenden Mutter blickt. Die Mutter ist meine Lebensaufgabe. Sie gibt mir über meine Intuition wertvolle Hinweise und Hilfestellungen und unterstützt mich dabei, meinen Weg zu gehen.

Dabei scheinen manche ihrer wertvollen Hinweise aus meinem menschlichen Verstand heraus wagemutig und etwas wahnsinnig zu sein. Doch ich weiß, dass „sie“ aus einem größeren Wissen heraus zu mir spricht.

An diesem Punkt ist es nicht nötig, alles zu verstehen und bewusst zu durchdringen. Die ersten Schritte auf dieser neuen Stufe zu gehen ist wie ein Sprung ins Kalte Wasser.

Ins Kalte Wasser zu springen ist durchaus erfrischend und sehr belebend, aber andererseits die erste Herausforderung. Der Intuition zu vertrauen und zu handeln ohne genau zu Wissen, warum und wozu, das ist eine wunderschöne Herausforderung und Erfahrung.

Ich wünsche auch dir von Herzen, eine tiefe Verbindung zu deiner Intuition und somit zu dem Wissen und den Fähigkeiten, die seit jeher ein Teil von dir sind.

Alles Liebe von Dora