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Lebensaufgabe und Intuition

Das Thema Lebensaufgabe begleitet mich, wie der Name an sich auch vermuten lässt, bereits mein Leben lang. Das war mir allerdings bis vor Kurzem nicht ganz bewusst. Während der letzten Monate und Wochen hat sich mein Bewusstsein für dieses Thema vertieft und lässt es in einem neuen Licht erscheinen.

In diesem Artikel teile ich dazu einige meiner aktuellen Ideen und Erkenntnisse mit dir. Vielleicht kannst du dich und deinen Weg ja in meinen Beschreibungen wiederfinden und etwas daraus mitnehmen.

 

Lebensaufgabe

Das, was durch das Wort „Lebensaufgabe“ zum Ausdruck kommt. habe ich durch die Arbeit und Philosophie von Uwe Albrecht erst richtig erfasst. So weit ich ihn richtig verstehe, ist damit das gemeint, was häufig als Berufung bezeichnet wird. Bei dem Begriff Lebensaufgabe ist für mich allerdings deutlicher erkennbar, dass es sich nicht nur um eine Aufgabe handelt, die mit dem eigenen beruflichen Handeln in Verbindung steht.

Unter Lebensaufgabe verstehe ich das, was die große übergeordnete Aufgabe unseres individuellen menschlichen Lebens ist. Diese Aufgabe kann in allen Lebensbereichen zum Ausdruck kommen, nicht nur im beruflichen Kontext.

Wir stehen mit unserer Aufgabe als Individuum nicht „alleine“ da. Wir tragen zwar die alleinige Verantwortung für unsere Lebensaufgabe, sind aber über unsere Lebensaufgaben miteinander verbunden. Natürlich ist das nicht die einzige „Verbindung“, die zwischen uns besteht. Es ist allerdings eine sehr intensive, wie ich derzeit erleben darf.

 

Leben ohne Aufgabe

Nicht jeder Mensch entscheidet sich dazu, die Verbindung zur eigenen Lebensaufgabe herzustellen und diesen Weg zu gehen. So weit ich das beurteilen kann, entscheiden sich die meisten Menschen dafür, einfach zu leben, ohne Aufgabe. Das heißt nicht, dass sie sich selbst und ihrem Leben nicht auch immer wieder Aufgaben stellen, an diesen ihre Freude haben und daran wachsen. Es heißt nur, dass sie sich nicht für das Bewusstsein einer größeren Aufgabe öffnen. Es ist einfach nicht Jedermanns Sache und das macht die Vielfalt des Lebens und der Welt so wunderschön und bunt.

Leben ohne Aufgabe“ ist zwar etwas provokativ formuliert, aber nicht als Bewertung gemeint. Es ist auch nicht so gemeint, dass das Leben ohne Lebensaufgabe weniger Sinn hat. Ein Leben ohne eine Lebensaufgabe verfolgt einfach andere Ziele und Aufgaben, ohne die bewusste Gerichtetheit auf die eigene Lebensaufgabe. That’s it

 

Die Verbindung zur Lebensaufgabe

Uwe Albrecht beschreibt in seinem System Dare to B’Riched auf anschauliche und umfassende Art und Weise, wie der Zugang zur eigenen Lebensaufgabe Schritt für Schritt freigesetzt werden kann. Er fasst darin seine eigenen langjährigen Erfahrungen und die seiner zahlreichen Klienten, Kursteilnehmer, Coaches und Mentoren zusammen. Ich gehe davon aus, dass es immer eine Vielzahl von Varianten, Möglichkeiten und Herangehensweisen gibt, um sich einer Lösung anzunähern. Daher möchte ich dich dazu einladen, den Weg, den ich im folgenden Absatz kurz anreiße, nur als eine Variante im Ozean unerschöpflicher Möglichkeiten aufzufassen. Diese Möglichkeit funktioniert allerdings nach meiner eigenen Erfahrung und der vieler anderer Menschen wirklich sehr effektiv.

Auf dem von Uwe beschriebenen Weg ist es nötig, sich mit der eigenen Integrität, Selbstliebe, Präsenz, Hingabe, dem eigenen Lebensweg und der Demut dem großen Ganzen gegenüber auseinanderzusetzen. Durch das Erkennen der eigenen Themen und ihre energetische Klärung, werden all diese Aspekte in den Fluss gebracht. So gelingt es, sie Schritt für Schritt im eigenen Leben auszuprägen und auf allen Ebenen zu entfalten.

 

Integrität, Präsenz, Lebensweg

 

Bei der Auseinandersetzung mit diesen Themen entstehen immer wieder neue wichtige To-Do’s im eigenen Leben. Je konsequenter und umfassender Erkenntnisse integriert werden, desto geringer werden die Blockaden und Hindernisse, die dich davon abhalten, deine Lebensaufgabe zu leben.

Es liegt nicht nur an der Ausdauer und Intensität deiner „Bemühungen“, den Weg zu deiner Lebensaufgabe zu ebenen. Deine Verbindung zu deiner Lebensaufgabe wird von vielen unterschiedlichen Faktoren beeinflusst. Sich redlich zu bemühen, ist also auch hier kein Qualitätsmerkmal. Ein wichtiger Schritt ist es, das eigene „Wollen“ aufzugeben und sich in eine wachsende Hingabe ans Leben hineinzubegeben.

Auf der anderen Seite darfst du in deinem Leben und Systemen auch Themen klären, die deine Lebensaufgabe daran hindern, dich zu erreichen, damit die Verbindung zwischen euch entstehen kann.

 

Gehen ohne zu Drängen

Für mich war und ist es auf diesem Weg eine fortwährende Herausforderung, nötige Schritte zu gehen und mich zur gleichen Zeit mit meinem Wollen zurückzunehmen. Es bedarf einer Passivität inmitten von Aktivität. Lao Tse hat das in einem seiner Verse sehr anschaulich beschrieben:

Wer nach Wissen sucht, weiß mit jedem Tag mehr.

Wer den Weg sucht, tut mit jedem Tag weniger.

Weniger, immer weniger ist zu tun, bis man beim Nicht-Tun ankommt.

Ist man beim Nicht-Tun angekommen, bleibt nichts ungetan.

Was hier aus dem Chinesischen mit “Nicht-Tun” übersetzt wurde, bedeutet für mich, dass aus einer reinen Präsenz heraus gehandelt wird. Es wird das getan, was durch dich ins Leben kommen möchte, ohne dass du aus einer begrenzten persönlichen Sicht heraus darauf Einfluss nimmst. Du lässt geschehen und beobachtest dich selbst beim Handeln. 

 

Next Level

So weit so gut. Sobald die Verbindung zur Lebensaufgabe da ist und die Kommunikation mit ihr klar und deutlich wird, öffnen sich viele Türen und es folgt ein ordentlicher Schwung neuer Impulse. Ab diesem Zeitpunkt steigt deine Verantwortung. Du bist dann nicht mehr ausschließlich für dich selbst und dein Leben verantwortlich. Du trägst dann ebenfalls die Verantwortung für eine möglicherweise nicht gerade zierliche Aufgabe. Mit allen „Vor- und Nachteilen“.

Ich denke, es ist sehr individuell und unterschiedlich WIE dem Einzelnen klar wird, dass er nun mit der Lebensaufgabe in Verbindung steht. Doch gemeinsam ist vielen Menschen, mit denen ich mich bisher dazu ausgetauscht habe, dass irgendwann einfach das “Wissen” auftaucht, nun verbunden zu sein.

Für mich haben sich vermehrt Synchronizitäten, wundersame Fügungen, aber auch klare konfrontierende Ereignisse ergeben. So nach dem Motto: „Jetzt gilt es zu handeln, hier ist der Weg. Ich sag dir noch nicht wo unser Ziel ist, aber bekenne dich und setzte alles in Bewegung, um unseren gemeinsamen Weg zu ebnen.“

 

Next Level

 

Meine Erkenntnisse zum Thema Lebensaufgabe

Wie du siehst, stehe ich selbst gerade erst am Anfang meines Abenteuers und kann für das Nächste Level erst wenige Erfahrungen mit dir teilen. Durch die Verbindung zu meiner Lebensaufgabe hatte ich jedoch bereits eine große Fülle an Erkenntnissen, die damit zusammenhängen. Einige davon möchte ich hier mit dir teilen.

Seitdem ich das Gymnasium in der 11. Klasse aus einem großen Schulfrust heraus verlassen habe, war für mich klar, dass ich in meinem Leben etwas machen möchte, das mir Spaß macht. Dabei habe ich mich wirklich sehr vielseitig und kreativ von einer Tätigkeit zur nächsten gehangelt. Das Meiste davon hat mir sogar zum Großteil Spaß gemacht. Doch mit der Zeit erkannte ich immer wieder, dass mir die Sinnhaftigkeit in meiner Arbeit und meist auch in meinem Leben fehlte. Es stellten sich mir immer wieder folgende Fragen:

Wie sinnvoll empfinde ich das, was ich tue? Macht es mir wirklich Freude? Was empfinde ich als wirklich sinnvoll? Was macht mir nicht nur Freude, sondern erfüllt mich?

Und obwohl ich auch immer wieder Veränderungen gewagt habe, um meinem „Sinn“ näher zu kommen, konnte ich einfach nicht erkennen, was für mich wirklich passt. Rückblickend verstehe ich, dass eine Vielzahl von Themen an dieser Suche beteiligt waren. Es gab Blockaden in mir und in meinem Leben, die recht ausdauernd verhindert haben, dass ich „meinen Weg“ finde. Das Lustige an dem ganzen Theater ist, dass diese Blockaden mich dazu gebracht haben, bestimmte Fähigkeiten zu trainieren und auszuprägen. Und erst dadurch ist es mir jetzt möglich, die Aufgabe, deren Inhalt ich noch nicht ganz erfassen kann, zum Leben zu erwecken.

Mittlerweile empfinde ich diese relativ lange Suche als phantastische komplexe Struktur. Diese hat mich dauerhaft und gezielt darauf vorbereitet, wofür ich hier bin. Und das macht sie natürlich auch weiterhin. Dafür bin ich sehr dankbar.

Das Leben bereitet jedem Menschen genau den Weg, der für ihn und seine Ziele am stimmigsten ist. Das ist nicht nur ein großes Wunder, sondern in seiner Genauigkeit und Komplexität erschütternd genial.

 

Vernetzte Gestaltung

Wer oder was ist das Leben? Das Leben umfasst unter anderem eine unglaublich große Vielfalt an Einzelwesen. Und hier lade ich dich ein, nicht nur Tiere in deine Schublade zu packen, die du für das Wort „Wesen“ verwendest. Jede Pflanze, jedes Objekt, jedes Haus, jedes Projekt, jede Idee, jedes System, jede Philosophie, jeder Planet, der Kosmos, alles was existiert hat ein Wesen. Das kann sich der Verstand zunächst schlecht vorstellen. Doch durch eine Öffnung für all diese Wesen, entstehen anschauliche Erfahrungen, die diese Sichtweise untermauern.

Das Leben besteht also auf einer Ebene aus einer Vielzahl von Einzelwesen. Auch du bist eines dieser Wesen. Jedes Wesen ist in der Lage, das Leben auf seine individuelle Art und Weise mitzugestalten. Und auch du bist – ob du dir dessen bewusst bist oder nicht – in jedem Moment Mitgestalter des Lebens, insbesondere für dein individuelles Leben.

Das Leben gestaltet und jedes Wesen gestaltet, also auch du.

Das Ganze nennt sich Co-Kreation.

 

Co-Kreation

 

Vielleicht ahnst auch du, wie unsagbar komplex und vielfältig dieses gemeinsame Gestalten vor sich geht. Und umso erstaunlicher ist es, dass jeder in der Lage ist, seinen Anteil der Gestaltung mit einer nachhaltigen Wirksamkeit für sich selbst und das große Ganze bewusst zu lenken.

Bei dieser Vorstellung, kann ich nur ungläubig und fasziniert dreinblicken in der Hoffnung, dass auch du erahnen kannst, was das für dein Leben bedeutet.

 

Intuitive Lebensgestaltung

Bereits bevor deine Bewusstheit so umfassend ist, dass du ein wirklich tiefes Verständnis für all diese Zusammenhänge entwickelst, gibt es einen Weg, Informationen und Erkenntnisse aus dem Unbewussten heraus für dich zu nutzen. Es ist der Weg deiner Intuition.

Umso intuitiver du dein Leben gestaltest, desto eher peilst du bereits die Richtung an, die wirklich für dich passt. Deine Intuition weist dir den Weg zu deinen Gaben. Ihr zu folgen, lässt deine Lebensfreude immer weiter wachsen.

 

Was ist Intuition?

Der unbewusste Anteil bei den meisten Menschen beträgt etwa 95 %. Dieser riesige Anteil ist vielen von uns nur indirekt zugänglich. Die übrigen 5% machen den bewusst wahrnehmenden, denkenden, fühlenden und handelnden Anteil vieler Menschen aus. Immerhin.

In den unbewussten 95% liegen ein enormes Wissen und atemberaubende Gaben verborgen. Intuition bedeutet, das Wissen und die Gaben, die immer vorhanden sind, zu nutzen, ohne sie unmittelbar zu erkennen.

Auch dann, wenn dir deine Fähigkeiten nicht bewusst sind und du sie nicht erkennen kannst, arbeiten sie permanent im Hintergrund und präsentieren dir über die Intuition grandiose Ergebnisse.

Intuition bedeutet, dass ein kleines Stückchen Wissen unverhofft in dein Bewusstsein kommt. Der Zusammenhang, der dahinter steckt, ist oftmals nicht klar. Doch das schmälert nicht die Weisheit und Gültigkeit dessen, was sich dir zeigt.

Ich finde es wichtig hier mit dem Wort „Wissen“ nicht „Allwissen“ zu verwechseln. Für mich bezieht sich das Wort „Wissen“ immer auf einen Ausschnitt der Realität. Doch auch wenn damit wahrscheinlich nie die „gesamte Wahrheit“ erfasst werden kann, ist es dennoch meist ein sehr treffender, hilfreicher Bruchteil davon.

Der Verstand kann diese scheinbar unzusammenhängenden Bruchstücke oftmals nicht einordnen. Es ist wichtig, sich bewusst für die eigene Intuition zu öffnen und ihr vertrauen zu lernen. So kann sie mit der Zeit von anderen, weniger wertvollen Informationen unterschieden werden und wird immer seltener ignoriert und abgetan.

Wird die Intuition ignoriert, weigerst du dich bewusst oder unbewusst, wichtige Hinweise zu erkennen, deiner inneren Weisheit zuzuhören und ihr zu vertrauen.

 

Die Sprache der Intuition

Ein kleines anschauliches Beispiel. Während der ersten zwei Lebensjahren meiner Tochter lebten wir in Rumänien. Sie nahm also tagtäglich die rumänische Sprache um sich herum wahr. Anschließend sind wir nach Deutschland gezogen und sie hört seither nur noch selten während einiger Wochen Urlaub im Jahr die rumänische Sprache. Hin und wieder fällt ihr ein rumänisches Wort ein und sie sagt es unbedacht vor sich hin. Wenn ich sie frage, was das bedeutet sagt sie: “Das hab ich mir gerade ausgedacht”. Dann erinnere ich sie daran, dass es ein Wort ist, das sie schon kennt, nur wieder vergessen hat.

Intuition bedeutet, dass dir ein Wort, ein Satz, ein Bild oder ein Zusammenhang einer Sprache einfällt, die du einmal gekannt hast. Vielleicht hast du diese Sprache zuletzt in deiner frühen Kindheit gehört. Doch sie lebt unbewusst in dir weiter.

Das Erstaunliche dabei ist, dass die Informationen aus dem Unbewussten, also die Botschaften deiner Intuition, meist zu einem sehr passenden Zeitpunkt auftauchen.

 

 

Intuition ins Leben reintegrieren

Eine der Aufgaben der Intuition, besteht aus meiner Sicht darin, dass sie uns immer wieder zu unserem „größeren Plan“ zurückzuführen möchte. Wir dürfen durch sie aktuell stimmige Schritte erkennen, um zurück auf unseren ursprünglichen Lebensweg zu gelangen. Je mehr die Intuition wieder ins eigene Leben integriert wird, desto mehr verstärkt sich die Verbindung zur eigenen Lebensaufgabe.

Daher ist es so wertvoll, den eigenen Zugang zur Intuition wieder zu verstärken und ihn für dich und deinen Weg zu nutzen.

Solange dir nicht klar ist, ob es sich bei deiner Wahrnehmung oder Eingebung wirklich um Intuition handelt, wird es dir schwer fallen, ihr Vertrauen zu schenken.

Doch je mehr Erfahrungen du damit machst, desto leichter wird es dir fallen, deiner Intuition zu vertrauen. Und für den Anfang, ist beispielsweise der Armlängentest eine schöne Möglichkeit, um „zu prüfen“, ob eine Wahrnehmung wirklich Intuition ist oder anders aufzufassen ist.

 

Lebensaufgabe und Intuition

Seit sich die Verbindung zu meiner Lebensaufgabe verstärkt hat, ist auch der Zugang zu meiner Intuition viel intensiver geworden. Es fühlt sich für mich so an, als hätten sich beide Zugänge zeitgleich verstärkt.

Das Leben zeigt sich mir nun aus einer anderen Perspektive und mit einer neuen Tiefe. Es kommt mir vor, als würde ich auf dieser neuen Stufe gerade erst laufen lernen. Ich fühle mich teilweise wieder wie ein Kind, das ehrfürchtig zur versorgenden liebevollen aber klar die Richtung weisenden Mutter blickt. Die Mutter ist meine Lebensaufgabe. Sie gibt mir über meine Intuition wertvolle Hinweise und Hilfestellungen und unterstützt mich dabei, meinen Weg zu gehen.

Dabei scheinen manche ihrer wertvollen Hinweise aus meinem menschlichen Verstand heraus wagemutig und etwas wahnsinnig zu sein. Doch ich weiß, dass „sie“ aus einem größeren Wissen heraus zu mir spricht.

An diesem Punkt ist es nicht nötig, alles zu verstehen und bewusst zu durchdringen. Die ersten Schritte auf dieser neuen Stufe zu gehen ist wie ein Sprung ins Kalte Wasser.

Ins Kalte Wasser zu springen ist durchaus erfrischend und sehr belebend, aber andererseits die erste Herausforderung. Der Intuition zu vertrauen und zu handeln ohne genau zu Wissen, warum und wozu, das ist eine wunderschöne Herausforderung und Erfahrung.

Ich wünsche auch dir von Herzen, eine tiefe Verbindung zu deiner Intuition und somit zu dem Wissen und den Fähigkeiten, die seit jeher ein Teil von dir sind.

Alles Liebe von Dora

Lebensaufgabe und Intuition2018-12-28T21:20:06+02:00

An Herausforderungen des Mutterwerdens wachsen – Geburt und Babyzeit

In diesem Artikel teile ich meine Erfahrungen des Mutterwerdens mit dir. Vielleicht bist du bereits Mutter und öffnest dich dafür, eigene schwierige Erfahrungen auf diesem Weg ganzheitlich zu klären. Vielleicht interessiert dich dieses Thema auch aus anderen Gründen, weil du werdende Mutter bist oder Themen deiner eigenen frühen Kindheit klären möchtest.

Bitte verstehe den Inhalt dieses Artikels nicht als dogmatische Position. Du findest hier individuelle Beobachtungen und Erfahrungen, ohne einen Anspruch auf Vollständigkeit oder allumfassende Richtigkeit.

 

Abenteuer Muttersein

Für mich hat das Abenteuer meines Mutterseins bereits in der Schwangerschaft begonnen. Mein Körper war nicht mehr nur mein Zuhause, sondern auch das vorläufige Zuhause eines heranwachsenden Kindes. Ich wollte “alles richtig” machen, in jederlei Hinsicht. Wenn ich heute daran denke, stelle ich lächelnd fest: „Netter Versuch!“.

Ich las viele Bücher, setzte mich also intellektuell mit den Themen Schwangerschaft und Geburt auseinander. Es verfeinerten sich jedoch auch meine Wahrnehmung, mein Körpergefühl und die Verbindung zu dem Kind in meinem Bauch. Ich öffnete mich besonders im letzten Drittel der Schwangerschaft auch für Ebenen, die den Verstand überschreiten.

Jedes Abenteuer ist mit unvorhergesehenen Herausforderungen verbunden. So auch das Muttersein. Aber selbst wenn das „theoretisch klar“ ist, bringt die Praxis viele Hürden und Überraschungen mit sich. Die drei Stationen des Mutterwerdens, also Schwangerschaft, Geburt und erste Babyzeit, bringen bereits besonders intensive Höhen und Tiefen mit sich. Diese Erfahrungen sind so vielschichtig, tiefgreifend und individuell, dass Verallgemeinerungen kaum einen Sinn machen. Daher werde ich mich in diesem Text häufig auf meine eigenen Erfahrungen beziehen.

 

Ganzheitliche Öffnung

Eine Geburt hat dann, wenn sie nicht vorwiegend von klinischen Eingriffen geprägt ist, das Potential eine tiefgreifende “mystische” Erfahrung zu sein. Auch dann, wenn sie nicht oder nicht ausschließlich natürlich abläuft, kommen die werdenden Eltern in Kontakt mit Urkräften und Dimensionen, die bisher kaum in ihrem Bewusstsein waren.

Es geschieht nicht nur eine physische Öffnung, die den Weg des Babys aus dem Mutterleib ebnet. Wenn eine Mutter sich bei der Geburt dem Geschehen hingibt, tritt eine ganzheitliche Öffnung auf all ihren Ebenen ein. Mehr über die hier gemeinten Ebenen erfährst du in meinem Podcast Folge 001 – Ganzheitlich – Acht Ebenen.

Diese ganzheitliche Öffnung macht eine Geburt zu einem intensiven Ur-Ereignis, das sich kaum mit Worten beschreiben lässt.

 

Ganzheitliche Öffnung

 

Unglaubliche Kräfte erleben

Bei der Geburt meiner Tochter, war diese ganzheitliche Öffnung und das innere Loslassen, gefühlt das einzige „was mir übrig blieb“. Es gab keinen anderen „Ausweg“ aus dem Geburtsprozess, als mich den intensiven Kraftströmen hinzugeben. Insbesondere weil ich eine Hausgeburt hatte und „Eingriffe“ so weit wie möglich vermeiden wollte.

In dieser fast erschütternden kraftvollen Hingabe, war ich ganz mit meiner eigenen Quelle verbunden. Sie führte mich durch die Geburt hindurch. Sie ließ mich immer wieder meine Position verändern und ließ mich unglaubliche Kräfte erleben. Ein Teil davon, den ich nicht anders zu lenken vermochte, verflüchtigte sich in tiefen, durchdringenden Geburtslauten.

Nach der Geburt merkte ich, dass ich aus anderen Dimensionen langsam wieder in die Welt zurückkam. Das dauerte in meinem Fall mehrere Tage bis vielleicht sogar einige Wochen. In dieser Zeit beschrieb ich meinen Zustand mit dem Bild, dass ich von einem anderen Planeten langsam wieder auf die Erde fand. Das ging erstaunlich langsam. Und ich kam nie wieder dort an, von wo aus ich die Reise begonnen hatte. Ich hatte Unfassbares erlebt und gespürt. Das galt es erst einmal in mein neues Leben zu integrieren.

Ich fühlte mich so tief mit weiblichen Ur-Kräften verbunden wie noch nie in meinem Leben und empfand kurz nach der Geburt eine Hochachtung allen Frauen gegenüber. Denn ich erkannte, dass diese ungeahnten Kräfte in jeder Frau vorhanden sind. Über derartige männliche Urkräfte zu berichten fühle ich mich als Frau nicht in der Lage, doch ich bin mir sicher, dass sie ebenso mächtig sind.

 

Geburten verarbeiten

Es kann eine Herausforderung sein, nach einer Geburt wieder ganz bei sich anzukommen. Selbst dann, wenn die Tiefe der Erlebnisse kaum ins Bewusstsein gelangt und nur eine leise Ahnung davon wachgerufen wird, welche Kräfte in uns stecken.

Doch gerade das, was im Unbewussten zu verschwinden scheint, hat eine starke Wirkung. Der Anteil dessen, was uns im Unbewssten verborgen bleibt, beträgt in den meisten Fällen beachtliche 95%. Das was im Bewusstsein ankommt stellt nur die kleine Spitze eines riesigen Berges dar.

Durch eine Geburt ergeben sich für Mutter und Kind häufig Themen, die besonderer Aufmerksamkeit und ganzheitlicher Verarbeitung bedürfen. Sonst können Verhaftungen entstehen, die aus dem Unbewussten heraus das Leben von Mutter und Kind nachhaltig beeinflussen.

 

Geburtserlebnisse

Durch eine vollkommen unbelastete, sanfte Geburt haben wohl nur sehr wenige von uns das Licht der Welt erblickt. Und das was ein Mensch bei seiner eigenen Geburt erlebt, kann einen großen Einfluss auf seine Entwicklung nehmen.

Doch das heißt nicht, dass wir unser Leben lang „Opfer“ unserer Erfahrungen bleiben müssen. Mit Hilfe des innerwise-System ist es möglich, eigene Geburtserlebnisse auch noch im Erwachsenenalter ganzheitlich zu bewältigen und zu harmonisieren. Und das ganz ohne „mühevolle Aufarbeitung“ oder Drama.

Die eigenen Geburtsthemen sanft und nachhaltig anzuschauen und aufzulösen ist eine schöne Geburtsvorbereitung für werdende Mütter. Denn die Erlebnisse, die eine Frau aus ihrer eigenen Geburt mitbringt, können Abläufe bei Geburten ihrer Kinder beeinflussen.

Wenn eine Frau bereits Kinder zur Welt gebracht hat, können wiederum diese Geburtserlebnisse, weitere Geburten erschweren oder beeinträchtigen. Daher ist eine ganzheitliche Klärung im Kontext von Geburten so wichtig und wertvoll.

Da ich innerwise während der Schwangerschaft mit meiner Tochter noch nicht kannte, kann ich hier leider nicht von eigenen Erfahrungen berichten. Aus meiner heutigen Sicht möchte ich jedoch jeder Schwangeren ans Herz legen, sich für den Weg der ganzheitlichen Harmonisierung, z.B. durch das innerwise-System, zu öffnen.

 

Geburtserlebnisse

 

Wie kann eine ganzheitliche Klärung in Gang gebracht werden?

Innerwise umfasst eine Vielzahl von Werkzeugen und Möglichkeiten zur ganzheitlichen Klärung und Harmonisierung. In der Selbstanwendung bietet sich an, mit der kleinen Heilapotheke zu beginnen oder auch mit dem neuen System Dare to B’Riched. Dabei können individuelle Themen in den Fokus gestellt werden und damit zusammenhängende Verhaftungen und Blockaden erkannt und gelöst werden.

Eine weitere Möglichkeit sind visualisierte oder gezeichnete IMAGOs. Visualisierte IMAGOs sind innere Bilderreisen, in deren symbolhafter Sprache Erlebnisse angeschaut und geklärt werden können. Unterstützende Frequenzen, beispielsweise aus der kleinen Heilapotheke, ermöglichen einen sanften Verlauf durch die eigenen Bilder, ohne Retraumatisierungen zu erfahren.

Mit gezeichneten IMAGOs lassen sich auch komplexe Situationen und Abläufe erfassen und über die Blaupause (Zeichnung) ausgleichen. Ähnlich wie bei „Familienaufstellungen“ kann eine große Klarheit über wirkende Kräfte, ihre Positionen, Größen und Beziehugen zueinander entstehen. Es werden allerdings nicht wie bei Familienaufstellungen „menschliche Stellvertreter“ gewählt, die möglicherweise eigene Komponenten und Themen mit einfließen lassen. Stattdessen wird den “wirkenden Kräften” eine abstrakte Form gegeben. Sie werden übersichtlich auf den neutralen Grund eines Blatt Papiers gezeichnet und können so erfasst und harmonisiert werden.

Innerwise bietet so viele Möglichkeiten, dass ich sie hier nicht alle aufzählen kann. Wenn du dir Unterstützung bei deiner Klärung und auf deinem Weg wünschst, findest du auf hier eine Liste der innerwise Coaches und Mentoren. Es macht übrigens nicht immer Sinn, den örtlich am nähesten gelegenen Coach zu wählen. Wähle jemanden, der zu dir und deinem Anliegen passt. Mit diesem Fokus kannst du beispielsweise den Armlängentest nutzen, um zu erfahren, mit wem du dein Thema vollständig erfassen und klären kannst.

 

Reaktivierung verschütteter Themen

Das Begleiten eines Kindes schenkt den Eltern von der Schwangerschaft bis zur Nestflucht immer wieder Möglichkeiten, mit Erfahrungen aus der eigenen Kindheit Frieden zu schließen. Auf diesem Wege können wir uns die eigenen Muster bewusst machen und neue Wege erproben und festigen.

Das Wiederaufleben, alter Themen und Muster ist ein Phänomen, das mir vor dem Mutterwerden nicht so intensiv begegnent ist. In der Schwangerschaft können sich bereits mehr oder weniger deutliche Symptome und Anzeichen dafür zeigen. Die Geburt des eigenen Kindes spricht dann, wie bereits erwähnt, besonders intensiv Ebenen und Erfahrungen der werdenden Mutter an, die z.B. mit ihrer eigenen Geburt zusammenhängen können.

Wenn wir bereit sind aufmerksam hinzuschauen und uns immer wieder den eigenen Themen zu stellen, dann kann das Elternsein zu einem intensiven Transformations-Erlebnis werden. Jede Herausforderung, jeder Trigger, jeder Schatten, der durch den Alltag mit Babys und Kindern sichtbar wird, stellt eine Einladung und Chance dar, bisher im Unbewussten schlummernde Muster zu erkennen und zu bewältigen. Perfektion kann hierbei kein Ziel sein, sondern sich Schritt für Schritt mit sich selbst auszusöhnen und destruktive Muster zu überwinden.

Eine stetig wachsende Integrität und Selbstliebe im Alltag zu entfalten, ist aus meiner Sicht für jedes Elternteil eine realistische und umsetzbare Bestrebung.

 

Reaktivierung alter Themen

 

Die Erinnerung an den eigenen Schmerz

Für frischgebackene Eltern kann allein die Konfrontation mit rohem, ehrlichem Babyschreien eine Herausforderung darstellen. Dieses kann den eigenen unverarbeiteten Schmerz so intensiv triggern, dass sie kaum in der Lage sind, ihrem Baby mit angemessener Ruhe und Zentriertheit zu begegenen.

So sehr sie sich auch bemühen ihr Kind zu beruhigen und seine Bedürfnisse zu stillen, sie werden dies nicht aus einer Entspanntheit und liebevoller Ruhe heraus tun können. Denn sie bekommen immer wieder ihre ungelösten Themen serviert. Wenn ihnen dies nicht bewusst ist und sie die Einladung und das Geschenk darin nicht wahrnehmen, kann dies zu permanenten Belastungen führen.

Doch was tun, wenn einem im Zuge des Eltern-werdens derartige Schwierigkeiten begegnen? Gerade in so emotionalen Zeiten wie der ersten Babyzeit, können nur wenige Menschen so objektiv bleiben, ihre Themen selbst ganz zu erfassen und somit umfassend zu bewältigen. Aus meiner eigenen Erfahrungen heraus, möchte ich frischgebackenen Eltern, die im Kontakt mit ihrem Baby immer wieder aus ihrer Mitte geraten nahe legen, sich Unerstützung z.B. von einem innerwise Coach oder Mentor zu holen.

Ich durfte erfahren, dass es jeden erdenklichen Aufwand Wert ist, Schritte in die Richtung der inneren Bewältung und Heilung zu gehen. Denn alles, was beiseite geschoben wird, zeigt sich an anderer Stelle umso deutlicher, z.B. in der Partnerschaft, der eigenen Gesundheit oder sogar der Gesundheit des eigenen Kindes.

Deshalb ist es zum eigenen höchsten Wohle und zum höchsten Wohle aller Beteiligten, wenn wir uns eigenverantwortlich unseren eigenen Konflikten und Schwierigkeiten stellen.

 

Das Sich-Verlieren als Chance und Schub zu sich selbst

Besonders im ersten Babyjahr meiner Tochter, habe ich mich häufig gefragt, warum das Kinderkriegen nicht viel leichter und unbeschwerlicher sein kann. Ich habe mich so überfordert gefühlt mit allem, was in meinem Leben vor sich ging. Die Konfrontantion mit Erfahrungen von denen ich keinen Schimmer hatte, dass sie in dieser Intensität zum Elternsein dazugehören, traf mich durch und durch. Ich wusste nicht warum ich mich plötzlich in so einer großen Schwere befand.

Natürlich gehen nicht alle Eltern durch Krisen, so wie ich das tat. Daher spreche ich an dieser Stelle für mich persönlich: Für mich waren all die Herausforderungen in der Intensität unglaubliche Geschenke, die mir einen kräftigen Schub versetzt haben, um mich neu zu finden und tiefer als zuvor bei mir selbst anzukommen. Ohne den „Leidensdruck“, den die Erfahrung für mich mit sich gebracht hat, hätte ich nicht in einer so großen Klarheit und teilweise auch Radikalität alles in Gang gebracht, um wieder zurück in meine Lebensfreude zu gelangen.

 

An Erfahrungen wachsen

 

An Herausforderungen wachsen

Ich bin durch das Mutterwerden durch viele intensive Prozesse gegangen und habe mich so Schritt für Schritt gestärkt.

Viele Konzepte, Pläne, Dinge und auch Menschen durfte ich auf diesem Weg loslassen. Es sind Träume und Wünsche, starre Vorstellungen und Bestrebungen aus meinem Leben gewichen, die mich mehr belastet als gestärkt haben.

Nun fühle ich mich reicher und klarer als je zuvor. Ich möchte keine meiner Erfahrungen missen. Auch wenn sie mich an meine Grenzen gebracht und mit der Tiefe meiner Schatten konfrontiert haben.

Ich weiß um die Wichtigkeit der Schritte, die ich im Zuge des Mutterwerdens gegangen bin. Doch meine Tochter ist gerade erst 3,5 Jahre alt und das Potential der Erkenntnisse auf unserem gemeinsamen Weg ist weiterhin riesengroß. Es vergeht kaum ein Tag, an dem ich nicht spüre, dass weitere wichtige Erkenntnisse an meine Tür klopfen und neue Schritte anstehen.

 

Sich von Dogmen verabschieden

Wie anfangs erwähnt wollte ich als frischgebackene Mutter “alles richtig” machen. Nun ließe sich sagen, dass ich versagt habe, denn ich habe tatsächlich viel Mist gebaut. Als Partnerin, zwischenmenschlich in meinen Beziehungen zu anderen Menschen und auch immer wieder in der Beziehung zu meiner Tochter.

Doch was ich tatsächlich dadurch geschafft und erreicht habe, ist mich von vielen Dogmen zu verabschieden, die ich lange Zeit aufrecht erhalten habe. Diesen Schritt erkenne ich nun als besonders wertvoll für alle Lebensbereiche.

 

Dogmen

 

Denn solange starre Konzepte und Vorstellungen über das Elternsein, Erziehung, Ernährung, Gesundheit, unseren Lebensweg, das Menschsein, das Leben, etc. unser Handeln bestimmen, erlauben wir, dass destruktive Macht und Kontrolle in unserem Leben eine große Rolle spielen. Derartige Macht- und Kontrollspiele machen starr und eng, sie begrenzen unsere Freiheit und verhindern die eigene Selbstentfaltung. Diese Art von Leben ist für mich nicht mehr stimmig und ich denke, das wird es nie mehr sein.

Den Weg zu sich selbst zu beschreiten ist nicht immer leicht und bringt neue ungeahnte Herausforderungen mit sich. Doch er ist der einzige Weg, der mehr und mehr Weite und Freude statt wachsende Enge und Starre in unser Leben bringt.

Wenn du das erlebst, weißt du, dass du “richtig” bist.

 

 

Alles Liebe von Dora

 

An Herausforderungen des Mutterwerdens wachsen – Geburt und Babyzeit2018-12-18T13:13:09+02:00

Dein Weg zur Quelle – Ein Gedicht

In diesem Blogbeitrag teile ich ein Gedicht mit dir, das ich kürzlich geschrieben habe. Ich beschreibe darin den Weg eines Menschen, der sich aufmacht, im Einklang mit seiner eigenen Wahrheit zu leben. Es sind schöne und herausfordernde Momente, die einem auf diesem Weg begegnen. Viel Freude beim Lesen und Sinnen.

 

Auf dem Weg zu sich selbst, wird die Verbindung zur eigenen Quelle wieder hergestellt und fortwährend verstärkt.

 

 

Du hast es gespürt,

Was wahr ist berührt.

Dein Herz weiß genau

Wohin es dich führt.

 

Dein Weg ist noch lang.

Du wagst dich voran

Im Licht und im Schatten

Mit Furcht und Gesang.

 

Herzensweg

 

Das Alte darf gehen,

Nur so kannst du sehen.

Mit offenem Herzen

Kann Neues entstehen.

 

Alleine mit dir,

Mit freinem Gespür,

Bahnst du dir den Weg

Vom Dortsein ins Hier.

 

Allein

 

Die Ankunft im Herzen

Entflammt deine Kerzen.

Die Vielfalt des Lebens

Bringt Freude und Schmerzen.

 

Es donnern Gewitter,

Was süß schien wird bitter.

Das Schwert deiner Wahrheit

Ernennt dich zum Ritter.

 

Schwert deiner Wahrheit

 

Wenn Klarheit dich lenkt

Und dir Leichtigkeit schenkt

Hast du endlich den Mut,

Der dich weiter noch drängt.

 

Klarheit und Leichtigkeit

 

So wagst du den Schritt

In die Fülle zurück.

Dein kraftvoller Kern

In Erscheinung nun tritt.

 

Mit menschlicher Hülle

In sprudelnder Fülle

Lenkt dich deine Quelle

In Klangvoller Stille.

 

Klangvolle Stille

 

 

 

Dein Weg zur Quelle – Ein Gedicht2018-12-18T13:13:35+02:00

Im Werden sein – Prozesse zulassen und bewältigen

Das Thema Prozesse betrifft sicherlich jeden Menschen, der sich auf dem Weg zu sich selbst befindet. Was sind Prozesse und wohin führen sie uns? Diese Fragen möchte ich in diesem Artikel beantworten.

 

Was ist ein Prozess?

Das Wort Prozess wird von dem lateinischen Wort procedere hergeleitet, was übersetzt werden kann mit „vorwärts gehen“. Demnach ist ein Prozess das, was wir durchleben, wenn wir uns im Leben vorwärts bewegen.

Meiner Auffassung nach bewegen wir uns nur dann wirklich vorwärts, wenn wir uns immer wieder ganz bewusst und hingebungsvoll den Herausforderungen unseres individuellen Lebenswegs stellen. So wachsen wir weiter und weiter und lassen immer mehr von dem zurück, was wir einmal glaubten zu sein. Wir wachsen immer wieder über uns selbst hinaus, nähern uns unserem authentischen Wesenskern an und integrieren unsere großartigen Gaben und Potentiale.

 

Im Werden sein

Menschen werden häufig als mehr oder weniger feste oder fertige Persönlichkeiten dargestellt. Sie werden als durchweg stark, erfolgreich, authentisch oder wie auch immer angesehen.

Doch wer sich selbst aufmerksam beobachtet, erkennt, dass er sich stets im Werden befindet. Du „besitzt“ keine Eigenschaften, doch du kannst sie im höheren oder geringeren Maße in deinem Leben zum Ausdruck bringen. Meist variiert in unterschiedlichen Lebensbereichen die Ausprägung einer Eigenschaft.

So kann Jemand zu Hause oder in seinem Freundeskreis zu 85% authentisch sein und bei der Arbeit hingegen nur zu 40%.

Die Erkenntnis, dass jeder Mensch immer im Werden ist, nimmt unnötigen Druck aus deinem Leben. Besonders dann, wenn du danach strebst etwas zu sein, das praktisch kaum umzusetzten ist. Damit meine ich nicht, dass 100% Authentizität nicht ein sinnvolles Lebensziel sein können. Doch eine weitere Perspektive, die mehr Individualität und Vielfalt erlaubt, hilft dir illusorische Perfektion oder ein einseitiges Selbstverständnis aufzudecken.

 

Prozesse

 

Auf Prozesse folgen . . .  Prozesse!

Jedes Mal, wenn wir einen wichtigen Prozess bewältigen, gelangen wir unweigerlich in neue Prozesse. Wozu das Ganze?

Ich sehe im fortwährenden Bewältigen, im Lernen und Wachsen einen Aspekt unseres Lebenssinns. Nur durch Herausforderungen ist es möglich zu wachsen. Und Herausforderungen bringen Prozesse mit sich: Leichte und weniger leichte; lange und kurze; beiläufige und transformierende. Unsere Prozesse können so individuell unterschiedlich sein, wie wir es sind. Sie bergen immer wieder Überraschungen in sich, diese machen unser Leben lebenswert und spannend!

 Der Weg ist das Ziel

Ein alter Spruch, den du sicherlich kennst. Für mich ist die Botschaft dieses Spruches, dass es darauf ankommt sich ganz auf den Weg einzulassen und den eigenen Fokus nicht fortwährend auf fixe Zielvorstellungen zu richten.

 

Ziele

Ich habe mir schon häufiger die Frage gestellt: Wo liegt für mich die Bedeutung bzw. Gewichtung von Zielen? Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten, denn es gibt unterschiedliche Arten von Zielen.

Zeitlich gesehen kann man sie in kurzfristige, mittelfristige oder langfristige Ziele einordnen. Kurzfristige Ziele haben wir jeden Tag, z.B. Was steht heute für mich an, was möchte ich noch erledigen?

Langfristige Ziele beziehen sich eher auf die eigene Lebensplanung, den Karriereweg etc.

Hier gibt es wiederum unterschiedliche Ebenen, z.B.

  • materielle Ziele: Ich möchte ein Haus besitzen
  • berufliche Ziele: Ich möchte erfolgreicher Unternehmer sein
  • familiäre oder partnerschaftliche Zielen: Ich möchte eine bereichernde Ehe führen
  • Lebensziele: Ich möchte ein erfülltes Leben führen

Jeder Mensch verfolgt Ziele und es ist hilfreich, sich die eigenen bewusst zu machen. Selbst dann wenn wir eher prozessorientiert als zielorientiert leben.

Zu beachten ist in diesem Zusammenhang, dass es zu etwa 95% unser Unbewusstes ist, das entscheidet, ob du deine Ziele tatsächlich erreichen kannst. Wenn du also ganz zielorientiert etwas Bestimmtes in deinem Leben ansteuerst, möchte ich dir ans Herz legen, Blockaden und Hindernisse aus deinem Unbewussten zu klären. So werden von innen her sabotierende Muster aufgelöst und dein Weg zum Ziel geebnet. Vielleicht erkennst du bei dieser Klärung sogar, dass nicht alle Ziele, die du aufrecht erhältst, wirklich deine eigenen sind und manche dich sogar am Voranschreiten auf deinem Weg hindern.

 

Richtung

 

Die eigene Richtung finden

Für mich geht es bei Zielen um die Richtung, die ich meinem Leben gebe.

Es gab schon einige Phasen in meinem Leben, während der ich mich wie im Nebel gefühlt habe. Ich konnte meine Richtung nicht erkennen.

Je mehr ich unbewusste, boykottierende Anteile und Muster in mir identifiziere, je mehr Einflüsse ich loslasse, die mich daran hindern meinen eigenen authentischen Weg zu gehen, desto klarer erkenne ich meine eigene Richtung.

Auf diesem Weg habe ich wieder die Verbindung zu meiner Quelle gefunden, dazu was mich auf der allen Ebenen nährt und stärkt. In Verbindung mit dieser Quelle, öffnen sich wieder “verstopfte Kanäle” und ich kann meine Richtung nicht nur sehen, sondern auch spüren. Die empfunde Sinnhaftigkeit meines Lebens hat sich dadurch enorm vergrößert.

Wie sieht es bei dir aus? Kennst du deine Richtung? Fühlst du sie ganz klar in dir? Wohin führen deine Prozesse?

 

Phoenixmomente und Dauerschleifen

Ein wichtiger Aspekt beim Thema Prozesse ist das, was Uwe Albrecht als Phoenixmomente beschreibt.

Es gibt Momente, in denen du plötzlich wichtige Entwicklungsstufen bewältigst. Dann bist du bist an den Herausforderungen deiner Prozesse über dich selbst hinaus gewachsen. Kennst du das? Das Bewältigen einer Entwicklungsstufe muss nicht von einem Moment auf den nächsten erfolgen. Es ist jedeoch deutlich spürbar, wenn du dich immer mehr zu Hause auf der neuen Stufe fühlst und die alte hinter dir lässt.

Viele Menschen erleben allerdings auch Dauerschleifen, in denen sie festzuhängen scheinen. Sie stecken in wichtigen Prozessen fest, die sie bisher nicht bewältigen können. In solchen Situationen wurden Phoenixmomente übergangen oder verpasst.

 

 

Phoenix

 

Phoenix aus der Asche

Worauf bezieht sich das Wort Phoenixmomente?

Der Phoenix aus der Asche ist ein Bild aus der Mythologie. Er verfällt erst zu Staub und Asche, lebt dann aus seiner Asche wieder auf und erhebt sich ins Licht. Im Zusammenhang von transformierenden Prozessen und Entwicklungsstufen, steht die Asche dafür, dass eine alte Identifikation losgelassen wird. Dadurch kann anschließend etwas Neues entstehen, das ihm seinem eigenen Licht näher bringt.

Für dich kann in solchen Zeiten der Eindruck entstehen, dass dein Leben oder zumindest ein Bereich davon in „Trümmern“ liegt. Wenn du dann bereit bist, das Alte loszulassen, weiter auf deinen Weg vertraust und in Anbindung mit deiner reinen Quelle oder Lebensaufgabe bleibst, kann wieder fruchtbares Neues entstehen. So fruchtbar, dass du eine weitere Stufe auf der Treppe deiner inneren Entwicklung bewältigst. Dieses Wachstum manifestiert sich dann auch in deinem äußeren Leben.

Welche waren deine Phoenixmomente und wie hat sich dein Leben dadurch geändert?

Auf meinem eigenen Lebensweg habe ich erfahren, dass ich immer dann, wenn ich wichtige Entwicklungsschritte nicht vollständig abschließen wollte oder konnte, in Schlaufen festhing. Diese stetige Konfrontation mit ein und demselben Thema, hat mich auf lange Zeit gesehen dahin gebracht, mich endlich auf den Weg der Bewältigung meines Themas bzw. meiner Themen zu machen.

Aus dieser Erfahrung heraus sehe ich Dauerschleifen als Geschenke, die es nur gilt anzunehmen.

Du kannst für jede Dauerschleife in der du festhängst dankbar sein. Denn sie gibt dir immer wieder die Möglichkeit dazu, endlich zu erkennen, dich neu auszurichten, zu wachsen und einen grundlegenden Entwicklungsschritt zu bewältigen.

 

Prozesse bewältigen

Aus meiner Sicht ist das gesamte innerwise System darauf ausgerichtet, dich bei der Bewältigung deiner Prozesse zu unterstützen. Allein durch innerwise stehen dir in der Selbstanwendung, durch ein Coaching, die Teilnahme an einem Dare Day oder einem Kurs bei einem innerwise Mentor großartige Möglichkeiten zur Verfügung, um effizient bei der Bewältigung deiner Prozesse weiterzukommen.

Natürlich gibt es darüber hinaus unzählige weitere Möglichkeiten zur Prozessbewältigung. Wahrscheinlich nutzt du davon bereits einige und kannst selbst über wertvolle Erfahrungen berichten.

Ich kann dir hier kein “Patentrezept” geben, denn wie bereits erwähnt ist jeder Prozess so individuell wie du es als Menschen bist. Ich möchte dich an dieser Stelle einfach dazu einladen, alles was dir möglich ist zu tun und in Bewegung zu setzen, um wichtige Prozesse abzuschließen und zu bewältigen.

Sei es dir selbst Wert, deiner Prozessbewältigung Zeit und Raum zu schenken.

 

liebevolle Prozesse

 

Eine liebevolle Haltung den eigenen Prozessen gegenüber

So sehr ich in meinem Leben mich auch schon gegen einige Prozesse und Herausforderungen gewehrt habe: Ich liebe meine Prozesse!

In den Momenten, wo du wie der Phoenix aus der Asche steigst und dich selbst, dein Leben und die Welt aus einer noch weiteren Perspektive wahrnehmen kannst, ist eines ganz klar: Ja, das ist es Wert!

In der eigenen Entwicklung Stufe für Stufe zu bewältigen und dabei immer klarer und weiter zu werden, das macht auch all die Stolpersteine und Hürden auf diesem Weg wertvoll. Jeder Prozess und sei er noch so hart und herausfordernd, ist ein Geschenk für den eigenen Lebensweg und unser Wachstum. Daran erinnere ich mich selbst gerne, wenn ich mich mal von einem Prozess überrollen und aus meiner Mitte bringen lasse.

Nun wünsche ich dir weiterhin viele bereichernde Prozesse und hin und wieder als wegweisende Erfahrung und Motivation einen Phoenixmoment, der dich deinem vollkommenen authentischen Selbst wieder einen grundlegenden Schritt näher bringt.

Von Herzen

Dora

Im Werden sein – Prozesse zulassen und bewältigen2018-12-18T13:14:51+02:00

Opfer, Täter, Retter – Aussteigen aus dem Drama

Auf dem Weg zu sich selbst und in eine erwachsene Eigenverantwortung ist ein Meilenstein das Durchschauen und Erneuern unserer Beziehungs- und Rollenmuster.

In diesem Artikel möchte ich dir einen kurzen Überblick über die Opfer-Täter-Retter-Thematik geben. Es kann mit Herausforderungen verbunden sein, die eigenen Spielchen im Drama zu erkennen und aufzulösen. Kreativität hat keine Grenzen, das ist wie ich finde auch bei dieser Thematik zu erkennen. Denn die Spielarten, die in den Dramen des Lebens auftreten, zeigen sich in einer unglaublichen Vielfalt und Variation, wie es sich bei nur oberflächlicher Betrachtung kaum vermuten lässt.

Nun möchte ich zunächst einmal das Grundprinzip der Opfer-, Täter- und Retterhaltung beschreiben.

Die Bezeichnungen Opfer und Täter klingen möglicherweise für Einsteiger in die Thematik provokativ und hart. Die Begriffe beschreiben Beziehungsmuster und eine Haltung anderen Menschen, Systemen oder generell dem Leben gegenüber.

Drama ist jede Handlung, die darauf ausgerichtet ist, Verantwortung zu vermeiden. Es ist so spannend sich in diese Dramen zu begeben, dass viele Menschen sich immer wieder darin verlieren und glauben, dass diese Spielchen ein unveränderbarer Teil des Lebens seien.

 

Opferhaltung

Die Rolle des Opfers ist eine häufig eingenommene innere Haltung, die sich auf unterschiedlichen Ebenen in vielfältiger Art und Weise vor der eigenen Verantwortung zu drücken weiß.

In der Opferhaltung wird die Verantwortung für Umstände des eigenen Lebens abgegeben. Ein Opfer fühlt sich hilflos den Umständen ausgeliefert. Es übersieht, dass es in Wirklichkeit immer eine Entscheidungsfreiheit gibt. Jeder vermeintliche Zwang wird mit der eigenen bewussten oder unbewussten Einwilligung miterschaffen und gestützt. Ein Opfer unterwirft sich selbst – bewusst oder unbewusst – den vermeintlich erzwungenen Gegebenheiten.

Opfer lassen zu, dass andere für sie Entscheidungen treffen und ihr Leben kontrollieren. Übergriffiges Verhalten von „Tätern“ wird dadurch ermöglicht, dass das Opfer seinen Raum nicht voll einnimmt oder sich nicht klar abgrenzen kann oder will.

Der Weg in eine erwachsene Eigenverantwortung und hinaus aus dem Drama führt über das Annehmen der vollen Verantwortung für das eigene Leben und alle Umstände im Hier und Jetzt. Denn wo ein Mensch seine Verantwortung erkennt, ermächtigt er sich selbst dazu, aktiv zu werden und Veränderungen in Gang zu bringen.

 

 

Opfer = Täter

 

Opfer = Täter

Ich habe meine Ausführungen mit der Beschreibung der Opferrolle begonnen. Doch entscheidend ist die Erkenntnis, dass Opfer und Täter niemals voneinander zu trennende Aspekte des gleichen Spiels sind.

Wer die Opferrolle im Drama einnimmt, nimmt zum gleichen Teil die Täterrolle ein. Jemand, der sich anderen Menschen oder Umständen unterwirft, ist Täter an sich selbst, denn er beraubt sich selbst der Möglichkeit, heilsame Veränderungen in Gang zu bringen.

Hinzu kommt, dass jemand, der die Opferhaltung einnimmt, sozusagen einen Täter als seinen Gegenspieler kreiert. Damit macht sich das Opfer selbst zum Täter.

In der Theorie mag das erst einmal verwirrend und wiedersprüchlich klingen. Deshalb ist es ein wichtiger Schritt, Situationen und Umstände des eigenen Lebens zu durchschauen. Mehr dazu weiter unten im Text.

 

Täterhaltung

In der Täterhaltung wird ein Mensch oder System als Sündenbock benutzt. Aggressionen werden auf andere abgewälzt, Schuldzuweisungen erschaffen die Position eines Opfers, das nicht akzeptiert wird.

Es werden Vorwürfe kreiert, die davon ablenken, dass eigene Trigger und Aggressionen Herausforderungen des eigenen Lebens darstellen, die erkannt und bewältigt werden wollen. Eine bekannte Spielart in der Täterhaltung ist unter anderem das Lästern, also das urteilende Austauschen über Dritte, die nicht anwesend sind.

Als Täter wird die innere Haltung „Ich bin besser als du.“ eingenommen, während ein Opfer sich in der Postion „Ich bin nicht ok, ich Armer.“ ausruht.

Einerseits wird in der Täterhaltung die Verantwortung für die eigenen Gefühle, Umstände und Trigger auf ein Opfer abgewälzt. Andererseits wird übergriffig in den Verantwortungsbereich des Opfers eingegriffen. Dort wird der eigene Frust abgeladen oder aber etwas „entnommen“, um sich selbst zu stärken und aufzuwerten.

Durch das Abwälzen eigener Themen auf andere wird der Täter selbst zum Opfer, denn er kann so nicht erkennen, wo die Ursachen seiner Trigger und Unpässlichkeiten tatsächlich liegen.

Er verbaut sich selbst den Weg zur Erkenntnis und Bewältigung eigener Thematiken und Blockaden. Er kappt den Zugang zu seiner eigenen reinen Energiequelle, wenn er sich durch das Abzapfen von Energie bei anderen Menschen nährt. Energie ist vorhanden, doch da sie dem „Täter“ nich selbst gehört, wirkt sie nicht liebevoll belebend sondern destruktiv.

 

Retter

 

Retterhaltung

Die Retterhaltung kann als Variante der Täterhaltung gesehen werden. Der Retter spricht dem vermeintlichen Opfer seine Verantwortung ab und schiebt sie einem Täter zu. Er meint das vermeintliche Opfer benötige seine Hilfe oder seinen Schutz.

Ein Retter agiert ebenfalls übergriffig, will helfen um jeden Preis, ungefragt oder ohne seinem „Schützling“ Eigenverantwortung zuzutrauen. Der Retter erhebt sich über Opfer und Täter, wenngleich er auch meint im Sinne des Opfers zu handeln. Er verteidigt das Opfer und wird dadurch selbst zum Täter, der gegen einen vermeintlichen Täter angeht. Das Opfer wird entmündigt, ihm wird die Kompetenz und Fähigkeit streitig gemacht, sein Leben selbst in die Hände nehmen zu können.

Retter übenehmen Verantwortung für das Opfer und laden sich dadurch Themen und Lasten anderer auf. Diese erschwerem es dem Retter ein unbeschwertes Leben zu führen und bei sich selbst anzukommen. Die Erleichterung, die das Opfer durch die Abnahme seiner Themen wiederum erfährt, hindert es daran, aus seinen Erfahrungen zu lernen, daran zu wachsen und Schritte in Richtung Eigenverantwortung zu gehen.

Das alles geschieht im „guten Willen“, so macht sich der Retter zum Opfer seines guten Willens, den er nicht zum eigenen Wohle und zum Wohle aller einzusetzten vermag. Der Retter entzieht dem Opfer Verantwortung und Energie und nutzt sie für sich selbst, um sich selbst besser zu fühlen oder richtet sie gegen den vermeintlichen Täter.

So ist auch der Retter gleichzeitig Opfer und Täter.

Drama ist und bleibt ein Spiel, bei dem es keine Gewinner geben kann. Je mehr Menschen sich beteiligen desto vielseitiger werden die Rollenverteilungen und komplexer die Dynamiken.

Jede Aktivität, die einer der Rollen Aufmerksamkeit schenkt, verstärkt das Spiel. Obwohl ich hier den Fokus zunächst auf das Beschreiben der Spielarten gelenkt habe, braucht es die Konzentration auf andere Aspekte, um aus dem Drama auszusteigen.

 

Drama verstehen und konstruktive Neuausrichtung

Ich erlebe es so, dass es zunächst darum geht, das Prinzip des Dramas zu verstehen, zu durchdringen und im eigenen Leben wiederzufinden.

Darauf folgt ein Umstellungsprozess, während dem unterschiedliche Spiele erkannt und beendet werden. Hier ist innerlich und äußerlich viel in Bewegung. Du richtest dich neu aus und entscheidest bewusst, welche Kräfte und energetische Quellen du in deinem Leben erlaubst.

 

erkennen

 

Diese Umstellung mündet darin, dass du zum energetischen Selbstversorger wirst, nicht mehr auf Energieraub oder Abhägigkeiten mit manipulativen Energiequellen angewiesen bist. Du lebst dann in Verbindung mit deiner reinen Quelle, die dich mit allem versorgt, was du für dich selbst und dein Wirken benötigst. Das ist der Ausstieg aus dem Drama und seinen Spielchen.

Ein entscheidender Aspekt beim Ausstieg aus dem Drama ist es, deinen Fokus darauf zu richten, was verstärkt werden soll. Zum Beispiel auf den Zugang zu deiner reinen Quelle, zu deiner ursprünglichen Seele oder authentischsten Version, zu deinem Herzraum oder deiner individuellen Lebensaufgabe.

Auch als energetische Selbstversorger, können immer wieder Resonanzen mit Opfer-, Täter- oder Retterspielchen aufgedeckt werden. Die eigenen Antennen werden immer feiner und erkennen immer subtilere Spielchen. Dabei muss es sich nicht unbedingt um Spiele handeln, an denen wir selbst beteiligt sind. Resonanzen dürfen dankbar wahrgenommen und verabschiedet werden.

 

Traust du dich, den Weg in deine volle Verantwortung zu beschreiten?

Es gibt sicherlich genauso viele Wege aus dem Drama heraus, wie es Spielarten im Drama gibt. So wie jeder Mensch mit seinem Lebensweg einzigartig ist, so ist es auch sein Ausstieg aus dem Drama.

Am Anfang einer Neuausrichtung steht eine klare Entscheidung: In welche Richtung möchtest du dich bewegen? Drama oder Eigenverantwortung?

Wenn du diese Entscheidung bewusst triffst, darfst du dem Leben immer wieder zeigen, dass du es ernst damit meinst und bereit bist, alle damit verbundenen Schritte zu gehen.

Wer sich für den Weg der Eigenverantwortung entscheidet, ist sich wahrscheinlich nicht in den vollen Ausmaßen bewusst, wozu er sich da im Detail entscheidet.

Das ist auch nicht nötig, denn statt dich auf eine Zukunftsvorstellung zu konzentrieren, lasse dich einfach ganz auf die aktuellenen Herausforderungen und Erfahrungen deines Lebens ein.

So kannst du wie Beppo der Straßenkehrer in dem Roman Momo, einfach einen Besenstrich nach dem anderen machen, ohne dir die große Straße vor Augen zu halten, die möglicherweise noch vor dir liegt. Der Blick auf das, was noch vor dir liegt kann entmutigend sein oder Zweifel an dich und deinen Weg schüren.

 

Straßenkehrer

 

„Man darf nie an die ganze Straße auf einmal denken, verstehst du? Man muß nur an den nächsten Schritt denken, an den nächsten Atemzug, an den nächsten Besenstrich. Und immer wieder nur an den nächsten. […] Dann macht es Freude; das ist wichtig, dann macht man seine Sache gut. […] Auf einmal merkt man, dass man Schritt für Schritt die ganze Straße gemacht hat. Man hat gar nicht gemerkt wie, und man ist nicht außer Puste. […] Das ist wichtig.”

Beppo Straßenkehrer, Michael Ende

 

Der Weg in die Eigenverantwortung ist der Weg in die Hingabe ans Leben

Die ganze Opfer-Täter-Thematik trägt für sich betrachtet eine Schwere in sich. Einige Erkenntnisse über dich selbst und deine Spielarten werden dich möglicherweise betroffen machen und dir nahe gehen.

Doch so ernüchternd manche Erkenntnisse auch sein mögen, jede davon öffnet dir eine weitere Tür in deine volle Kraft hinein. Am Ende geht es darum, voll und ganz bei dir selbst anzukommen, glücklich und gesund im Hier und Jetzt zu leben.

In der Hingabe ans Leben, lernst du Schritt für Schritt alle seine Geschenke anzunehmen. Alle Geschenke, auch jene, die du auf den ersten Blick lieber stehenlassen und übersehen möchtest.

 

Spielerisch in die Eigenverantwortung

Um dir diesen Prozess in deine Dankbarkeit, Integrität, Präsenz und Hingabe hinein zu erleichtern, hat Uwe Albrecht ein Spiel entwickelt. Das Spiel heißt Dare to B’Riched, was aus dem Englischen soviel heißt wie: Die Mutprobe bereichert zu sein.

Damit werden spielerisch Prozesse und Erkenntnisse erleichtert und Blockaden auf deinem Weg erkannt und aufgelöst. Dieses Spiel zu erlernen und zu spielen stellt eine Möglichkeit dar, um sich den Weg aus den Dramen des Lebens zu ebnen.

Für mich öffnen sich durch dieses Spiel und die damit verbundenen Erkenntnisse und Erfahrungen großartige Möglichkeiten. Als ich begonnen habe mich mit der Opfer-Täter-Thematik auseinanderzusetzen wusste ich nicht so recht, wie ich theoretische Erkenntnisse langfristig und nachhaltig in meinem Leben umsetzen kann. Nun zeigt sich mir, dass Dare to B’Riched mich auf meinen Weg auf wundersame Weise unterstützt und ihn ebnet.

 

Dare to B'Riched

 

Falls dich das Spiel interessiert, findest du hier mehr Informationen dazu. Auf der Seite dare-to-briched.com kannst du Informationen zu Kursen und Veranstaltungen finden, die dir das Spiel in seiner Tiefe erfahrbar machen.

Ich selbst biete seit November 2018 DARE Days und Game Nights in der Region Ostholstein an.

Bei Fragen kannst du dich gerne an mich wenden unter Info@DoraBaumann.de.

 

Alles Liebe von Dora

Opfer, Täter, Retter – Aussteigen aus dem Drama2018-12-18T13:15:15+02:00

Den Herzraum weiten und umarmen, was wir nie wieder fühlen wollten

Auf dem Weg in ein größeres Bewusstsein über sich selbst und das Leben, dürfen wir uns Schritt für Schritt mit verletzten Anteilen aussöhnen. Auf diesem Wege verabschieden wir Schutzmechanismen, die wir häufig während der Kindheit entwickelt haben. Dann können wir das, was wir nie wieder fühlen wollten, liebevoll umarmen und endlich auf allen Ebenen erwachsen werden.

 

„Das will ich nie wieder fühlen“

Diesen Satz haben viele Menschen sicherlich einige Male in ihrem Leben gedacht.

An manche Situationen erinnern wir uns möglicherweise noch. Andere, die sich in unserer frühen Kindheit abgespielt haben, sind schon in Vergessenheit geraten. Doch auch Vergessenes hat weiterhin eine Wirkung auf uns.

 

Schutzmechanismen der Kindheit und der Wunsch nach Liebe

Der Wunsch nach Liebe und Zugehörigkeit ist der Kern fast aller Bestrebungen, nicht nur in der Kindheit. In der Kindheit werden jedoch aus diesem Wunsch heraus häufig Weichen gelegt, die uns für unser gesamtes Leben prägen.

Die meisten von uns laufen mit Schutzmechanismen aus ihrer Kindheit rum, die nicht ihrer aktuellen Reife entsprechen. Mir persönlich ist es wichtig, mir bewusst zu machen, welche Mechanismen ich damals – aus gutem Grund – entwickelt habe. Über diese Bewusstheit kann ich Veränderungen in Gang bringen und Muster auflösen, mit denen ich mir seither selbst das Leben schwer mache.

In der Kindheit sind wir bereit, viel von uns selbst herzugeben, nur um Liebe und Anerkennung von unseren wichtigsten Bezugspersonen zu bekommen. Wir sind sogar bereit, uns dafür gegen uns selbst und das Leben zu richten. Kinder lernen schon früh, gewisse Gefühle bzw. Anteile von sich zu unterdrücken, um sich ihrem Umfeld anzupassen und Anerkennung zu bekommen.

 

Sunset Face

 

Die meisten Kinder machen die Erfahrung, dass sie nur Liebe und Anerkennung bekommen, wenn sie bestimmte Eigenschaften zeigen. Nur wenige Kinder haben das Glück, genau so wie sie sind, geliebt und anerkannt zu werden. Deshalb entscheiden sie sich im Laufe ihrer Entwicklung dazu, in Rollen zu schlüpfen, die nichts mit ihrem eigentlichen Wesen zu tun haben.

 

Muster identifizieren

Auf meinem Lebensweg kann ich rückblickend klar erkennen, dass ich wichtige Anteile seit meiner Kindheit unterdrückt habe. Ich wollte brav sein und nahm mich deshalb mit meinen Bedürfnissen und Anliegen zurück. Schon früh hatte ich die Erfahrung gemacht, dass ich dann Lob und Anerkennung bekam, wenn ich mich unauffällig und äußerlich ruhig verhielt. Ich wollte bloß nicht auffallen, aus Angst vor Ablehnung, um mich selbst vor Kritik und Tadel meines Umfeldes zu schützen.

Darüber hinaus habe ich Anteile unterdrückt, weil ich stark sein wollte, denn auch dann bekam ich positive Rückmeldungen von meinem Umfeld. Der Wunsch stark sein zu wollen und das Unterdrücken der eigenen Verletzlichkeit und Sensibilität, ist ebenfalls ein geläufiger Schutzmechanismus.

Im Laufe der Jahre haben sich aus diesen und anderen Verhaltensweisen, die ich mir angeeignet habe, immer festere Muster entwickelt. Damit stand ich mir dann bis ins Erwachsenenalter hinein immer wieder selbst im Weg.

Welche Muster hast du im Laufe deines Lebens entwickelt? Welche Eigenschaften wurde von deinen Eltern besonders gerne gesehen? Mit Hilfe welcher Eigenschaften hast du von deinen Eltern etwas mehr Liebe und Anerkennung bekommen? Mit deiner Stärke, deiner Schnelligkeit, deinem Ehrgeiz, deinem Fleiß oder deiner Perfektion in bestimmten Bereichen? Damit dass du besonders brav warst und es allen Recht gemacht hast?

 

Schutzmechanismen aufgeben

Auf dem Weg in ein größeres Bewusstsein über sich selbst, können wir uns dazu zu entscheiden, alle Ebenen unseres Lebens mit Reife zu durchdringen.

Wenn ein erwachsener Mensch emotional noch in vielen Themen seiner Kindheit oder Vergangenheit verhaftet ist, wird er seine Schutzmechnismen nicht aufgeben wollen. Ähnliches ist der Fall bei Menschen, die nicht die volle Verantwortung für sich und ihr Leben übernehmen wollen. Ihre Schutzmechanismen sind ihnen dann insofern noch dienlich, als dass sie ihnen die “Sicherheit” des Altbekannten geben. Darüber hinaus werden sie durch ihre Schutzmechanismen vor allzu großer Eigenverantwortung bewahrt, mit der sie noch nicht umzugehen gelernt haben.

Wenn wir uns zutrauen, mit belastenden Erfahrungen des Lebens umzugehen, wird die Einstellung „Das will ich nie wieder fühlen!“ hinfällig. Dann erkennen wir, dass wir an Herausforderungen wachsen und reifen können und sind bereit uns unserer Schutzmechanismen zu entledigen.

In der Einstellung „Das will ich nie wieder fühlen“, drückt sich die Angst vor Schmerz und Leid aus. Was wie gesagt verständlich ist, wenn leidvolle Erlebnisse der Vergangenheit und Gegenwart das überscheiten, was bisher bewältigt werden kann. Dann macht es Sinn, sich professionelle Unterstützung von einem erfahrenen Therapeuten, Heilpraktiker oder Coach zu holen.

 

Schutzmechanismen

 

Der Preis unserer Schutzmechanismen

Jedes Mal, wenn wir uns bewusst oder unbewusst dazu entscheiden, etwas nie wieder zu fühlen, verleugnen wir uns selbst. Dabei ist es individuell unterschiedlich, was wir mit dieser inneren Entscheidung konkret in uns verursachen.

Jedes mal wenn wir einen Schutzmechanismus aufbauen, entscheiden wir uns dazu, einen Teil von uns fortan auszugrenzen. Wir entscheiden uns gegen uns selbst und gegen die Vielfalt des Lebens, die sich in uns ausdrückt.

„Das will ich nie wieder fühlen“ ist also ein „Nein zu mir“ und ein „Nein zum Leben“.

Es handelt sich hierbei im weitesten Sinne um einen selbstzerstörerischen Schutz. Er dient uns kurzfristig, das vielleicht sogar ganz entscheidend. Doch auf lange Zeit gesehen, schadet uns das Abtrennen eines Gefühls oder Anteils von uns. Es ist eine Form des Selbsthasses. Hass will zerstören. In diesem Fall wollen wir einen Teil von uns selbst zerstören.

Darüber hinaus entwickeln wir ein immer größer werdendes Misstrauen dem Leben gegnüber. „Wieso muss ich das nur erleben.“ „Das ist nicht richtig, dass ich sowas erleben muss.“

Wir stellen uns gegen unser eigenes Leben und verschließen uns damit der Möglichkeit des Wachsens und Reifens anhand unserer Erfahrungen.

“Der größte Schmerz und das intensivste Leiden werden durch den andauernden inneren Krieg verursacht, den du gegen dich selbst führst.“  Frank Lobsiger

 

Wolke Vier

 

Lieber taub als intensiv?

Es gibt ein deutschsprachiges Lied von Philipp Dittberner & Marv, das gut verdeutlicht, was viele Menschen in besonders schmerzhaften Momenten bewusst oder unbewusst für sich entscheiden:

“Lass uns die Wolke Vier
Bitte nie mehr verlassen
Weil wir auf Wolke Sieben
Viel zu viel verpassen
Ich war da schon ein Mal
Bin zu tief gefallen
Lieber Wolke Vier mit dir als unten wieder ganz allein“

 

 

Hier ist von einer abgeschwächten Verliebtheit (Wolke Vier statt Wolke Sieben) die Rede. Die schmerzhafte Erfahrung, von Wolke Sieben ganz nach unten gefallen zu sein, wurde als zu tief empfunden. Fortan begnügt sich der Interpret also mit Wolke Vier, um sich selbst zu schützen.

Durch einen derartigen Schutz wird nicht nur die Empfindung einer Verliebtheit flacher, unsere gesamte Lebensqualität nimmt ab, wenn wir uns einmal entschieden haben, bestimmte Gefühle aus unserem Leben zu verbannen.

Zugunsten eines Selbstschutzes, büßen wir Lebensqualität ein.

Clinton Callahan beschreibt eine Taubheitsschwelle, die wir im Laufe unseres Lebens aufbauen. In unserem Kulturkreis ist sie häufig sehr groß. Die meisten von uns erlauben sich nicht, das zu empfinden, was sich in ihrem Inneren zeigt. Wie bereits erwähnt, haben wir schon in der Kindheit gelernt, Gefühle und somit Anteile von uns zu unterdrücken

 

Meine Erfahrung mit der Taubheitsschwelle

Mich spricht dieses Thema und auch dieses Lied so sehr an, weil ich meinen eigenen Weg darin wiederfinde. Ich habe meine Taubheitsschwelle so lange verstärkt, bis meine Lebensqualität ziemlich gering war. Zu dem Zeitpunkt spürte ich über eine regelmäßige Unzufriedenheit hinaus und Momente der „leere“ ehrlich gesagt nur sehr wenig. Hättest du mich damals darauf angesprochen, hätte ich es mir wahrscheinlich nicht eingestehen wollen. Ich versuchte trotz Unzufriedenheit, mir selbst gegenüber die Fassade aufrecht zu erhalten, dass es mir „gut“ ging. “Gut” im Sinne von „gerade nicht unzufrieden“.

Im Laufe der Jahre war meine Taubheitsschwelle so weit angestiegen, dass sie nicht nur Emotionen wie Angst oder Trauer überdeckte, sondern auch das Gefühl tiefer Freude.

Zu meinem Herzraum hatte ich kaum noch einen Zugang. Das fiel mir allerdings selbst nicht auf, denn ich hatte schon vergessen, wie es sich anfühlte, offenen Herzens durchs Leben zu gehen.

 

Verbannte Anteile

Jedes mal, wenn wir einen Anteile von uns verbannen, geben wir uns selbst ein Stück weit auf. Die Folge davon sind Trübsinnigkeit und mangelnde Lebensfreude.

Derzeit befinden sich in Deutschland viele Menschen auf diesem Weg. Wer nicht hinter die Fassade eines Menschen schauen kann, wird äußerlich nicht erkennen, wie viele Menschen diesen Zustand vor sich selbst und der Welt verbergen. Die Meisten sind Profis darin, all das was innerlich tatsächlich in Ihnen vorgeht, hinter Floskeln und höflichem Lächeln zu verbergen.

Wer sich selbst ein Stück weit aufgegeben hat und mit dieser Resignation durchs Leben läuft, verschließt sich vor den Geschenken des Lebens.

 

Gefängnis der Versprechungen

 

Gefängnis der Versprechungen

„Das will ich nie wieder fühlen“ wirkt wie eine Versprechung uns selbst gegenüber.

Versprechungen sind machtvoll und jede einzelne, die wir uns selbst oder einer anderen Person oder Institiution bzw. Ideologie geben, bewirkt nachhaltig etwas in uns.

Versprechungen sind die Quelle selbstauferlegter Zwänge. Sie erzeugen Abhängigkeiten und erlauben Macht und Kontrolle, die nichts mit einer gesunden Eigenverantwortung zu tun haben.

Oft wirkt das, was wir mit Versprechungen zulassen ganz im Verborgenen und ist später kaum noch nachvollziehbar. Ganz praktisch erfahrbar wird was wir uns selbst damit antun, wenn wir in diesem Bereich bewusster werden und beginnen, uns wieder aus dem selbstgezimmerten Gefängnis der Versprechungen zu befreien.

Ich habe selbst erfahren wie es ist, mich Schritt für Schritt aus meinem eigenen Gefängnis zu befreien. Es hat sich für mich daraus wieder eine viel größere innere Weite und Präsenz entwickelt.

 

Präsenz und unmittelbares Erleben

Jedes Versprechen bewirkt, dass wir in der Vergangenheit verhaftet bleiben und hindert uns daran, präsent im Hier und Jetzt aus uns selbst heraus zu leben.

Wer sich mit „Wolke Vier“ zufrieden gibt und sich nicht zutraut, das was das Leben zu bieten hat voll auszukosten, der kommt mit einer geringen Präsenz „gut“ durchs Leben.

Doch es gibt auch Menschen, die bereit sind, den Weg zurück in die eigene Präsenz und das unmittelbaren Erleben zu gehen.

Unmittelbares Erleben gepaart mit Achtsamkeit sind wertvolle Instrumente der inneren Heilung für verletzte Anteile.

Wer bereit ist jetzt zu fühlen, was er sich früher nicht zugetraut hat, der kann einen entscheidenen Schritt machen. Er kann durch das, was ihn jetzt noch an seiner Vergangeheit festhält hindurchgehen, um es endlich hinter sich zu lassen. Damit geben wir uns die Möglichkeit, Ungelebtes der Vergangenheit zu durchdringen, um es endlich hinter uns zu lassen.

Diese Öffnung kann durch energetische Begleitung ganz sanft ohne Retraumatisierungen geschehen. Sich voll ins Leid der Vergangenheit zu stürzen, erzeugt leidvolle Erfahrungen im Hier und Jetzt, die uns nachhaltig beeinträchtigen können. Doch Retraumatisierungen auszuschließen heißt wiederum nicht, dass wir taub bleiben und im Prozess möglicherweise schmerzvolle Momente erleben.

Wer Frieden mit sich selbst und seiner Vergangenheit schließt, kann nach dem Aufgeben alter Schutzmechanismen in die unmittelbare Erfahrung hinein gehen und auch schmerzvollen Momente des Lebens annehmen und verarbeiten.

 

Achtsamkeit

 

Auflösen, was uns im Wege steht

Es ist nie zu spät, neue Entscheidungen zu treffen, Frieden mit alten Geschichten zu schließen und die Verbindung zu abgespaltenen Anteilen wieder herzustellen.

Die Reintegration verwundeter bzw. abgespaltener Anteile braucht den Mut, das anzunehmen, was wir bisher lieber beiseite geschoben haben. Wenn wir diese Anteile aufrichtig annehmen, können wir beginnen sie zu umarmen und liebevoll zu versorgen.

Du kannst beginnen deinem Anteil liebevoll zuzuhören, wie du einem guten Freunden zuhörst. Sei für deinen Anteil und somit für dich selbst da. Erlaube dir, dein bester Freund zu sein.

Die Geschenke, die durch die Reintegrationen von Anteilen auf uns warten, sind das Ansteigen unserer Lebensenergie und inneren Zufriedenheit.

Besonders wichtig finde ich die Erkenntnis, dass wir uns jederzeit guten Gewissens dafür entscheiden können, Versprechungen uns selbst oder andern Menschen und Systemen gegenüber aufzulösen.

Denn wir schaden uns selbst damit, wenn wir etwas nur aufgrund einer Versprechung aufrecht erhalten, auch dann wenn es aktuell für uns nicht mehr stimmig ist. So lange wir uns selbst schaden, können wir nicht in unserer eigenen Mitte ankommen und das Leben wieder in vollen Zügen genießen.

 

Herzraum weiten

 

Herzraum weiten und zurück ins Vertrauen

Die Reintegration von Anteilen ist eine Versöhnung mit uns selbst. Wir lassen dadurch Schritt für Schritt unsere Schutzmauern fallen.

Für mich war es ein Schlüssel-Erlebnis, dass ich wieder eine größere Verbindung zu meinem Herzen zu spüren begann. Nun kann ich mich wieder leichten Herzens an den kleinen und großen Geschenken des Lebens erfreuen.

Das liebevolle Atmen in den Herzraum hinein, ist für mich momentan eine wunderschöne Übung, für die ich mir fast täglich ein paar Minuten Zeit nehme. Durch die verstärkte Verbindung zu meinem Herzraum, fällt es mir viel leichter auch das zu umarmen, was mir vorher nicht ertragbar schien.

Durch die Arbeit mit Innerwise, steht mir darüber hinaus eine große Fülle an unterstützenden Werkzeugen zur Verfügung.

Wer im speziellen die Heilung seines Herzraums angehen möchte, dem bietet beispielsweise ein IMAGO eine tolle Möglichkeit sichtbar zu machen, was in seinem Herzraum aktuell tatsächlich vor sich geht. Oft zeigen sich hier genau die wirkenden Kräfte, die uns davon abhalten, uns selbst und unser Leben zu umarmen.

Mit Hilfe energetischer Unterstützung ist es möglich, auch schwierige Themen anzuschauen, zu durchdringen, wichtige Erkenntnisse daraus mitzunehmen und Verändernung mit größerer Leichtigkeit in Gang zu bringen.

Wir entscheinden in unserem Herzen, ob wir bereit sind, unsere Vergangenheit dankbar anzunehmen und fortan selbstbetimmte Schöpfer unseres Lebens zu sein.

In dem Sinne wünsche ich dir eine starke Herzverbindung und weiterhin viel Mut und Vertrauen, beim Loslassen deiner Schutzmauern.

Alles Liebe von

Dora

 

Den Herzraum weiten und umarmen, was wir nie wieder fühlen wollten2018-12-18T13:27:34+02:00

Du hast das Steuer in der Hand

Die Auseinandersetzung mit dem, was du in dir selbst vorfindest, schenkt dir ungeahnte Möglichkeiten. Du kannst aus deinem Inneren heraus dein Leben zu transformieren. Ein Schritt auf diesem Weg ist es, dein Steuer in die Hand zu nehmen und eine gesunde Eigenverantwortung zu leben.

 

Die Suche im Außen

Die Suche unseres Glücks im Außen beruht auf der Annahme, sich in einem Mangelzustand zu befinden. Mit der Brille des Mangels auf der Nase, meinen wir immer wieder zu erkennen, was uns gerade fehlt. Unseren Verstand missbrauchen wir dazu, unsere Haltung mit Argumenten zu untermauern.

Wir leben in einer Welt, die sowohl aus äußeren als auch inneren Umständen besteht. Beide Seiten gehören dazu, beide sind ein wichtiger Teil des großen Ganzen.

Ich denke mit dem Blick nach außen sind wir alle gut vertraut, wenn auch meist nur eher oberflächlich. In den folgenden Absätzen, möchte ich daher unseren „inneren Umständen“ mehr Aufmerksamkeit schenken.

 

Blick nach Innen

 

Der Blick nach innen

Die Auseinandersetzung mit unserm Inneren birgt ungeahnte Möglichkeiten in sich. Wer einmal damit begonnen hat, sein Inneres besser kennenzulernen und zu erforschen, wird immer wieder Überraschungen erleben.

Auf dem Weg in eine tiefere Selbstverbundenheit, begegnen wir unseren verborgenen Potentialen, aber auch verdrängten Schatten.

Wenn wir durch die Brille des Mangels auf uns selbst schauen, glauben wir auch hier an allen Ecken und Enden zu erkennen, was uns gerade fehlt.

Egal ob innen oder außen, diese Brille bringt uns einfach nicht weiter…

 

Du hast das Steuer in der Hand !

Stell dir einmal vor, dass deine innere Bewusstheit der Kapitän auf deinem Schiff ist. Der Kapitän ist dafür verantwortlich, wie das Arbeitsklima seiner Crew ist. Wenn er harrsch und lieblos Kommandos gibt und sich als großer Schef aufführt, wird seine Crew keine Freude an ihrem Job und an der gemeinsamen Reise haben. Bestenfalls hat die Crew nach Feierabend noch etwas Spaß.

Wenn der Captän sich hingegen ganz zurückzieht und seiner Crew die Arbeit überlässt, entstehen interne Machtkämpfe. Wichtige Posten werden möglicherweise verlassen, manch einer versucht das Steuer in die Hand zu nehmen und eine Aufgabe zu erfüllen, der er nicht gewachsen ist.

Füllst du deinen Posten als Kapitän ganz aus, vernachlässigst du ihn ein wenig oder hast du ihn schon ganz verlassen?

 

 

Fühlst du dich bereit, das Steuer in die Hand zu nehmen und deinen Posten liebevoll und achtsam einzunehmen?

Wenn du deine Crew bisher durch die Brille des Mangels betrachtet und koordiniert hast, dann wird es jetzt Zeit, diese Brille abzunehmen!

Jeder Anteil in dir, jedes Mitglied deiner Crew ist wertvoll und kann zum Gelingen eurer gemeinsamen Reise beitragen. Bist du bereit alle deine Anteile liebevoll anzunehmen?

 

Die Fülle des Lebens erfüllt unser Herz, wenn wir bereit sind sie anzunehmen!

 

Ankommen im Inneren

Wenn du beginnst, dir selbst und deine Anteile wertschätzend und liebevoll zu begegenen, geht die bewusste Reise deines Lebens erst richtig los.

In dem Moment, wo wir unsere Schatten annehmen, also das, was wir von uns bisher verurteilt und verdrängt haben achtsam reintegrieren, kommen wir wirklich bei uns selbst an.

In deinem „inneren Team“ breitet sich mit der Zeit wieder Reiselust und Lebensfreude aus.

 

Die Kunst erfüllt zu leben

Es ist kein Hexenwerk, aber doch eine Kunst, diesen Weg zu einer liebevollen Führung innerer Anteile zu gehen. Der Weg zu einer größeren Selbstverbundenheit fordert immer wieder unsere achtsame Aufmerksamkeit. Es macht keinen Sinn, auf ein bestimmtes Ziel hinzuarbeiten, da wir uns damit wieder die Brilles des Mangels aufsetzen: Wir fokussieren wir uns darauf, dass etwas momentan noch fehlt.

Die Kunst besteht darin, unseren Blick auf das Innen und Außen zu verändern und zwar jeden Tag von Neuem.

Als ich begann, diese Kunst zu erlernen, tat ich mich schwer damit. Manchmal bestand ich darauf, dass in diesem Fall einfach kein liebevoller Blick möglich wäre. Manmchmal kämpfte ich mit meinem Inneren, manchmal mit den äußeren Umständen meines Lebens.

Es hat sich tatsächlich äußerlich sehr viel Verändert, seitdem ich mich dieser Lebenskunst widme. Diese Veränderungen sind Resultate meiner inneren Arbeit, die häufig mit energetischer Klärung einhergeht. Zum Beispiel das Auflösen von Kompromissen, bei denen ich nicht ehrlich zu mir selbst war, hat dazu geführt, dass ich mich innerlich wieder viel freier und leichter fühle.

Wenn Innen und Außen mehr und mehr in Einklang kommen, dann sprechen wir von Integrität.

 

Einklang

 

Bist du bereit zu neuen Ufern?

Bevor wir Innen und Außen in Einklang bringen können, ist es nötig, das was ist, aufmerksam zu betrachten und anzunehmen.

Wenn du das tust, dann nimmst du eine grundlegende Kursänderung vor. Bilde dir nicht ein, dass alles beim Alten bleibt, wenn du dein Steuer in die Hand nimmst.

Bist du wirklich bereit dazu einen neuen Kurs zu fahren? Bist du wirklich bereit zu neuen Ufern?

Aus eigener Erfahrung kann ich dir sagen, dass es eine wunderschöne Lebenskunst ist, diesen Weg zu gehen!

Er wird mit jedem Schritt leichter und ist doch nicht immer einfach.

Doch auch dann, wenn du gerade große Herausforderungen zu meistern hast, liegen Überraschungen und Geschenke darin verborgen, die entdeckt und durchlebt werden wollen.

 

Alles Liebe von

Dora

 

 

 

Du hast das Steuer in der Hand2018-12-18T13:21:49+02:00

Anderen Menschen ihre Herausforderungen zugestehen

In diesem Artikel erfährst du, warum es die logische Folge meiner inneren Haltung ist, anderen Menschen ihre Herausforderungen zuzugestehen. Langfristig ist niemandem damit geholfen, wenn wir ihm in herausfordernden Situationen sein “Gepäck” abnehmen.

 

Ein Unfall

Vorhin hatte ich mich gerade gemütlich an meinen Laptop gesetzt und den ersten Satz für einen neuen Blogartikel geschrieben. Da passierte etwas Unerwartetes:

Ich höre lautes Klopfen an meiner Tür (ich habe keine Klingel) und dass jemand aufgeregt meinen Namen ruft. Hm, was ist denn da los? Ich gehe schnell zur Eingangstür, während das Rufen und Klopfen anhält.

Als ich die Tür öffne sehe meine Nachbarin aufgelöst mit blutiger Hand vor meiner Tür stehen. Sie sagt, dass sie ins Krankenhaus muss. Ich sage ihr, dass ich sie fahre und fange gleich an mich anzuziehen. Innerhalb kürzester Zeit machen wir uns auf den Weg.

 

Was ist passiert?

Meine Tochter ist gerade bei ihrer Oma und in guten Händen, doch die Tochter meiner Nachbarin kommt raus und sieht Verletzung ihrer Mutter. Sie ist sehr erschrocken und bekommt große Angst. Sie hat Angst, dass ein Finger ab ist. Meine Nachbarin schaut flüchtig auf ihre Hand, die sie bisher noch gar nicht bewusst angeschaut hatte und kann ihre Tochter zumindest so weit beruhigen, dass alle Finger noch dran sind.

Es ist wirklich keine ansehnliche Verletzung, die meine Nachbarin sich im Pferdestall zugezogen hat. Sie weiß selbst nicht genau wie es passiert ist. Als ich genauer auf ihre Hand schaue sehe ich, dass ein Loch in der Handfläche ist. Das war wohl ein Zinken der Mistgabel, die ein Pferd erwischt hat, als es plötzlich erschrak und ausschlug.

Ich bringe sie zur Notaufnahme und nehme im Wartebereich Platz. Dann rufe ich die Familie meiner Nachbarin an und informiere sie. Anschließend habe ich Zeit selbst zu realisieren, was gerade geschehen ist.

 

Mitleid und Sorgen

 

Annehmen was ist

Ich spüre in mich hinein und nehme eine große Aufregung und Anspannung in mir wahr. Die Empfindung im Körper fühlt sich intensiv an, es ist ein warmes, kribbeliges Gefühl im Bauch und Brustbereich.

Mir kommt die Verletzung wieder in den Sinn und ich beginne mir Sorgen zu machen. Hoffentlich lässt sich die Hand wieder herstellen. Sie sah wirklich nicht gut aus. Meine Gedanken laufen weiter, bis ich bereit bin, bewusster zu werden.

Es ist ok. Ich traue meiner Nachbarin zu, mit allem umzugehen, womit das Leben sie herausfordert. Mitleid und Sorgen sind keine wertvolle Unterstützung. Es ist ok.

 

Innere Klärung

Ich schaue weiter in mein Inneres. Wozu erlebe ich diese Situation?

Bevor ich plötzlich durch den Unfall meiner Nachbarin unterbrochen wurde, wollte ich gerade einen Blog-Artikel darüber schreiben, dass Harmonie kein ein dauerhafter, ständig anhaltender Zustand sein kann. Das Leben fordert uns immer wieder heraus und bietet uns dadurch immer wieder die Möglichkeit innerlich zu lernen und zu wachsen.

Wenn ich diese Haltung für mein Leben einnehme, dann hat das auch Folgen für meine Haltung anderen Menschen gegenüber.

Diese am Lernen und Wachsen orientierte Haltung, zieht logische Konsequenzen mit sich. Wenn es mir ernst damit ist und ich sie aufrichtig leben will, dann nehme ich nicht nur die Schwierigkeiten und Herausforderungen meines eigenen Lebens an. Ich gestehe auch anderen Menschen ihre Lern- und Wachstumserfahrungen zu.

 

Mitgefühl und Vertrauen

Da ich so nah miterlebt habe, wie große Schmerzen meine Nachbarin hatte, wie durcheinander sie war und was sich bei ihr direkt nach dem Unfall abgespielt hat, empfinde ich großes Mitgefühl für sie. Ich wünsche ihr von Herzen, dass sie alles gut übersteht und ihre Hand wieder voll einsatzfähig sein wird.

Doch egal was dieser Unfall für sie und ihr Leben bedeutet, ich vertraue darauf, dass er einen Sinn hat. Und auch alle Folgen, die für sie dadurch entstehen, haben einen Sinn. Es liegt allerdings nicht im Bereich meiner Verantwortung ihn zu erkennen.

Wenn sie bereit ist, hinter die Geschehnisse zu schauen, wird sie Antworten finden. Es werden sich für sie Möglichkeiten auftun, etwas Wertvolles aus ihrem Unfall mitzunehmen.

Wenn sie nicht dazu bereit ist, ist das ok! Vielleicht wird sich das Leben dann einen anderen Weg suchen, sich ihr mitzuteilen.

Wenn ich mein eigenes Leben mit all seinen Herausforderungen annehme, nehme ich im gleichen Zuge an, dass auch andere ihre individuellen Herausforderungen haben. Auch dann, wenn diese von außen betrachtet hart oder unschön sind.

 

Grenzen deiner Verantwortung

 

Klare Haltung

Diese Haltung ist für mich als Coach essenziell. Wenn Menschen zu mir kommen, um Unterstützung zu erhalten, wird diese nur sehr begrenzt sein, wenn ich sie in Hinsicht auf ihre Herausforderungen bemitleide. Als Coach und Mensch auf dem inneren Weg, ist es wichtig, mir immer wieder meinen Verantwortungsbereich und nötige Grenzen bewusst zu machen.

 

Eifrige Helfer

Werden diese Grenzen nicht bewusst gezogen, kann man sich (nicht nur als Coach oder Therapeut) einiges unnötiges Gepäck aufladen. Menschen, die die Tendenz haben, sich „übergriffig“ um andere zu sorgen und zu kümmern, öffnen sich dafür, das Gepäck und die Herausforderungen anderer mitzutragen. Sie glauben, sie täten den „armen Leidenden“ etwas Gutes.

Doch kannst du dir vorstellen, dass es das Leben auch dann gut mit ihnen meint, wenn es sie mit schmerzvolle Erfahrungen konfrontiert? Kannst du derartige Lern- und Wachstumsmöglichkeiten für dich selbst annehmen und anderen zugestehen?

Ich sehe es so, dass das Leben uns auch dann „beschenkt“ wenn wir harten oder leidvollen Herausforderungen gegenüberstehen. Unsere Aufgabe besteht darin, die Geschenke zu erkennen und anzunehmen.

Wenn eifrige Helfer nun also ein Stück des Geschenkes annehmen, das gar nicht für sie selbst bestimmt ist, machen sie sich ihren eigenen Weg durch diese “Fremdlast” schwerer als nötig. Derjenige hingegen, für den das Geschenk bestimmt war, wird dessen beraubt! Vielleicht hätte es ihm lebensverändernde Erkenntnisse ermöglicht. Doch weil er zugelassen hat, dass jemand anderes auch etwas davon bekommt, kann er nicht so viel aus der Erfahrung mitnehmen. Dann muss das Leben sich wohl etwas Neues einfallen lassen, um ihm seine Lernerfahrung zu ermöglichen. Möglich, dass dann wieder etwas Unschönes passiert…

 

Opfer- und Täteraspekte

Wer sich schon näher mit dieser Thematik beschäftigt, erkennt vielleicht bereits, dass jede Rolle in diesem –  ich nenne es mal “Retter-Drama” – zwei Seiten hat.

Die Bezeichnungen Opfer und Täter mögen für Menschen, die derartige Dramen noch nie bewusst reflektiert haben hart klingen. Diese Worte beziehen sich auf die innere Haltung und Beziehungsmuster, die in unserer Kultur vorherrschen.

Der vermeintliche Helfer will dem Opfer seine Last abnehmen. Er wird dadurch zum Täter, denn er spricht dem Opfer die Fähigkeit ab, selbst seine Herausforderungen zu tragen. Er übernimmt mehr Verantwortung, als für ihn selbst angemessen und gesund ist. Im Grunde macht er sich dadurch selbst zum Opfer, das die Last anderer (wenn auch freiwillig) trägt.

Das vermeintliche Opfer hingegen lässt zu, dass ihm jemand seine Last abnimmt. Er wird einerseits seiner Möglichkeit beraubt die Herausforderung zu meistern und daran zu wachsen. Andererseits lässt er es zu, dass andere für ihn Verantwortung übernehmen! In seiner Opferhaltung wird er selbst zum Täter, der anderen seine Last übergibt.

Mehr Informationen zu diesem Thema findest du in meinem Blog-Artikel Opfer, Täter, Retter – Aussteigen aus dem Drama.

 

Verantwortung zugestehen

 

Geliebte Menschen

Je näher uns jemand steht, desto schwieriger ist es in der Regel, uns gesund abzugrenzen.

Ich mag meine Nachbarin sehr, dennoch spielt sie keine zentrale Rolle in meinem Leben. Daher habe ich zwar ein wenig Zeit gebraucht, bis ich mich innerlich wieder geordnet und aufgestellt habe, doch es ist mir ohne große Prozesse gelungen.

Bei Personen, die mir besonders nahe stehen, ist das nicht immer so leicht. Da muss auch kein schwerer Unfall passieren, bis die Helferin in mir aktiviert wird ich und meinen gesunden Verantwortungsbereich verlasse.

    

Erlebnisse, die uns stark triggern

Wenn es uns nicht gelingt, uns aus den Herausforderungen Anderer in angemessener Form herauszuhalten, dann kann dies folgenden Grund haben:

Wir werden durch das, was jemand anderes erlebt getriggert, ein eigenes Thema wird berührt und nach außen projiziert. Vielleicht ist es ein schmerzvolles oder sehr emotionales Thema, dem wir uns lieber nicht stellen wollen. Wir ziehen es vor, im Leben anderer aktiv zu werden, statt den eigenen Helferimpuls zu hinterfragen.

Im Grunde ist so ein starker Trigger eine deutliche Einladung, genauer in uns selbst hineinzuschauen. Wenn wir uns damit überfordert fühlen, ist es vollkommen ok, wenn wir uns von einem Coach oder Therapeuten unterstützen lassen. Doch dann bitte darauf achten, sich jemanden zu suchen, der einem die eigenen Herausforderungen zugesteht!

 

Anderen Menschen ihre Herausforderungen zugestehen2018-12-18T13:23:45+02:00

Von konventioneller zu energetischer Selbstversorgung

Im Jahr 2017 habe ich begonnen, mich über den Weg der Integrität neu auszurichten und betrachte seither „energetische Selbstversorgung“ als den nächsten großen Meilenstein in meinem Leben.

In diesem Artikel erfährst mehr darüber, wie ich mich von meinem Traum eines Einsiedler-Selbstversorger-Lebens abgewendet habe. Nun habe ich meinen Fokus ganz nach innen gereichtet, um tiefgreifende Veränderungen in mir und damit auch in der Welt herbeizuführen.

 

Gescheiterter Lebenstraum

Zum Ende des Jahres 2017 möchte ich meinen persönlichen Rückblick auf meine Neuausrichtung, die dieses Jahr mit sich gebracht hat, mit dir teilen.

Es ist jetzt etwas mehr als ein Jahr her, dass ein großer Lebenstraum von mir gescheitert ist. Mein ehemaliger Lebensgefährte und ich hatten uns auf einem zwei Hektar großen Grundstück inmitten wunderschöner Natur niedergelassen. Dort bewohnten wir mit unserer kleinen Tochter einen ganz neu renovierten und liebevoll gestalteten Bauwagen. Dieses gemütliche Zuhause stand allerdings nur wenige Monate so unversehrt inmitten wunderschöner Natur. Denn eines Abends, als meine Tochter und ich nach Hause kamen, fanden wir es in lodernden Flammen wieder.

Nach dem Löschen des Feuers war unser Zuhause unbewohnbar.

Viele schwierige Veränderungen wurden dadurch für uns in Gang gesetzt. Sie haben uns alle stark herausgefordert. Weil wir uns den daraus entstandenen Herausforderungen gestellt haben, durften wir nachhaltig daran wachsen! Rückblickend waren es für mich mitunter die wertvollsten Erlebnisse und Veränderungen meines Lebens.

 

Meine “konventionelle” Selbstversorger-Erfahrung

Aber noch einmal zurück zu unserem Einsiedler-Leben. Ich hatte mich vor unserem Umzug auf unser Grundstück im Grünen einige Jahre lang viel mit dem Thema Selbstversorgung auseinandergesetzt. Wir bewirtschafteten zusammen mit den Eltern meines ehemaligen Lebensgefährten einen großen Selbstversorger-Garten mit Gewächshäusern und stattlichem Kartoffelacker. Ich sah die Zukunft meines Lebens und Strebens darin, mich zusammen mit meiner Familie vom “System” unabhängig zu machen. Wir zogen auch in Betracht, uns mit weiteren Familien innerhalb einer kleinen Gemeinschaft zusammenzutun, um nicht so alleine dazustehen.

 

Bauwagen

 

Ich machte viele wertvolle Erfahrungen während dieser Zeit, lernte viel über Pflanzen, Anbau, natürliche Haltbarmachung, Einlagerung und weitete meinen Horizont mit Kenntnissen der Permakultur und anderen grandiosen Verfahren. Darüber hinaus lernte ich das Spinnen an einem Spinnrad, experimentierte mit selbst gewonnenen Pflanzenfasern und begann meine ersten Erfahrungen mit Rohwolle zu machen: Sortieren, Waschen, Kämmen, Spinnen, Stricken. Denn auch Textilien selbst herzustellen, war meiner Ansicht nach ein wichtiger Teil der Selbstversorgung.

 

Das starke WOLLEN

Im Nachhinein kann ich nun sagen, dass viele Entbehrungen, mit denen ich während dieser Zeit einverstanden war, mehr waren, als für mich tatsächlich stimmig war. Ich verschloss mich allerdings dieser Erkenntnis gegenüber. Ein Grund dafür war sicherlich folgender: Ich WOLLTE, dass alles so funktionierte, wie ich es mir vorstellte.

Damit verlor ich die Leichtigkeit im Leben und versuchte gegen die Strömung meines natürlichen Lebensflusses anzukämpfen.

Neben dem Festhalten an Wünschen und Ideen, die mein Leben nicht in der Form bereicherten, wie ich es mir erhoffte, kamen noch weitere Hürden hinzu. Es waren die einschneidenden Veränderungen des Mutterwerdens und -seins, die mich jeden Tag wieder von neuem herausforderten. Ich fühlte mich extrem überfordert und konnte nicht mehr in mein inneres Gleichgewicht finden.

Nach einer Weile wusste ich nicht einmal mehr was es war, das mich so unzufrieden machte. Ich war so lange über meine eigentlichen Bedürfnisse hinweggegangen, dass ich Folgendes nicht begriff: Ich selbst war die Ursache meiner eigenen Unzufriedenheit. Ich hatte während dieser Zeit vollkommen verdrängt, dass ich allein dafür verantwortlich bin, nach mir zu schauen. Es ist meine eigene Aufgabe, mich gut zu behandeln und das zu tun, was mich erfüllt!

 

Schicksalsschlag als Chance

Ich bin unglaublich dankbar dafür, dass ich durch den Brand unseres kleinen Zuhauses noch einmal neu beginnen durfte. Ich sagte mir: „Jetzt habe ich die Wahl, noch einmal neu zu entscheiden. Möchte ich alles noch einmal so aufbauen wie es war oder wage ich eine Veränderung?“ Die Antwort lag aufgrund meiner vorherrschenden Unzufriedenheit auf der Hand. Das was wir erschaffen hatten, die Erfüllung eines Lebenstraumes, hatte mir keine fühlbare Erfüllung gebracht.

 

Schicksalsschläge als Chance

 

Ohne jetzt noch weiter in die Details zu gehen, sah die Situation drei Monaten nach dem Brand etwa so aus: Ich lebte wieder in meiner alten Heimat, alleine mit meiner Tochter und wusste nicht so recht, wie es für mich weiterging.

Ich begann Seminare zu besuchen und mich coachen zu lassen. Ich war entschlossen wieder Schöpfer meines Lebens zu werden und fortan besser auf mich achtzugeben. Es gab noch einige große Herausforderungen zu meistern in meiner neuen Umgebung, doch schon innerhalb kürzester Zeit fühlte ich mich auf dem richtigen Weg. Ich begann wieder aufmerksam hinzufühlen und in mich hineinzuspüren.

 

Erkenntnisse

Im Laufe des Jahres 2017 hatte ich viele tiefgreifende Erkenntnisse, die mir ganz neue Möglichkeiten aufgezeigt haben. Sie haben Schritt für Schritt eine neue Lebensqualität für mich erfahrbar gemacht. Mit der Öffnung für die „energetische Ebene“ unseres Daseins, fühle ich mich immer wieder wie ein neugieriges Kind, das langsam lernt, die Wunder der Welt zu verstehen.

Vielleicht ist das Wort „Wunder“ nur für Menschen erdacht, die tiefere Zusammenhänge des Lebens nicht verstehen. Das Leben ist so großartig und genial komponiert, dass ich darüber nur staunen kann!

 

Wunder

 

Ich lernte zu verstehen, was es bedeutet, sich energetisch selbst zu versorgen. Ich begann auch zu begreifen, dass ich bisher als Individuum noch nicht “autark” war. Im gleich Zuge ging grundlegende Schritte, um dorthin zu gelangen.

Es gibt sicherlich viele Wege zur energetischen Selbstversorgung, doch ich denke keiner kommt um folgende Stationen herum:

  • eine hohe Integrität,
  • Selbstliebe,
  • einen fortwährenden Zugang zur Intuition,
  • die Fähigkeit sich dem Leben hinzugeben,
  • anzunehmen was sein soll
  • und dennoch aktiv und schöpferisch das zu gestalten, was im Sinne seines eigenen höchsten Wohles ist und zum höchsten Wohle aller.

Was ich hier beschreibe muss kein langer Weg sein, kann es aber. Ich weiß, dass ich erst am Anfang meines Weges stehe, doch ich spüre bereits wie es ist, mich im natürlichen Lebensfluss treiben zu lassen, im FLOW zu sein. Ich beginne mich mehr und mehr selbst zu achten und lieben, bekomme einen Zugang zum meinem tiefen Lebenssinn und sehe große, mir bisher verborgene Zusammenhänge.

 

Den eigenen Schatten durchdringen

Ich habe herausgefunden, dass der Weg über die umfassende Kenntnis der eigenen Schatten nötig ist, um nicht mehr von ihnen unbewusst beherrscht zu werden. Daher bin ich weiterhin bereit, mich mit all meinen hellen und dunklen Seiten bekannt zu machen und auszusöhnen. Erst wenn ich meinen Schatten voll durchdringe, kann ich zu einer vollkommen autarken Energiequelle für mich selbst und mein Umfeld werden.

Mittlerweile ist meine energetische Selbstversorgung bereits viel höher und umfassender als vor einem Jahr. Ich fühle mich viel wacher, strahlender, klarer und harmonischer als vorher. Doch ich spüre, dass ich noch ein viel größeres Potential habe, dass sich mir sicherlich im Jahr 2018 noch deutlicher zeigen wird.

Ob ich damit dann irgendwann wieder an meine früheren Ideen einer konventionellen Selbstversorgung anknüpfe, wird sich zeigen. Meine Prioritäten haben sich jedenfalls geändert.

Danke für all diese bereichernden und sinnstiftenden Erlebnisse und Erkenntnisse!

 

Ich liebe das Leben mit allem, was es zu bieten hat!

 

 

Von konventioneller zu energetischer Selbstversorgung2018-12-18T13:22:51+02:00

About

Mein Name ist Dora Baumann und ich liebe es, energetische Grundstrukturen zu analysieren, zu klären und auf allen Ebenen gestalterisch tätig zu sein.

Bist du bereit, neue Wege eigenverantwortlich zu beschreiten? Dann freue ich mich, gemeinsam mit dir, kreative Lösungen für deine Projekte und Herausforderungen zu entdecken.

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