In diesem Artikel teile ich meine Erfahrungen des Mutterwerdens mit dir. Vielleicht bist du bereits Mutter und öffnest dich dafür, eigene schwierige Erfahrungen auf diesem Weg ganzheitlich zu klären. Vielleicht interessiert dich dieses Thema auch aus anderen Gründen, weil du werdende Mutter bist oder Themen deiner eigenen frühen Kindheit klären möchtest.

Bitte verstehe den Inhalt dieses Artikels nicht als dogmatische Position. Du findest hier individuelle Beobachtungen und Erfahrungen, ohne einen Anspruch auf Vollständigkeit oder allumfassende Richtigkeit.

 

Abenteuer Muttersein

Für mich hat das Abenteuer meines Mutterseins bereits in der Schwangerschaft begonnen. Mein Körper war nicht mehr nur mein Zuhause, sondern auch das vorläufige Zuhause eines heranwachsenden Kindes. Ich wollte “alles richtig” machen, in jederlei Hinsicht. Wenn ich heute daran denke, stelle ich lächelnd fest: „Netter Versuch!“.

Ich las viele Bücher, setzte mich also intellektuell mit den Themen Schwangerschaft und Geburt auseinander. Es verfeinerten sich jedoch auch meine Wahrnehmung, mein Körpergefühl und die Verbindung zu dem Kind in meinem Bauch. Ich öffnete mich besonders im letzten Drittel der Schwangerschaft auch für Ebenen, die den Verstand überschreiten.

Jedes Abenteuer ist mit unvorhergesehenen Herausforderungen verbunden. So auch das Muttersein. Aber selbst wenn das „theoretisch klar“ ist, bringt die Praxis viele Hürden und Überraschungen mit sich. Die drei Stationen des Mutterwerdens, also Schwangerschaft, Geburt und erste Babyzeit, bringen bereits besonders intensive Höhen und Tiefen mit sich. Diese Erfahrungen sind so vielschichtig, tiefgreifend und individuell, dass Verallgemeinerungen kaum einen Sinn machen. Daher werde ich mich in diesem Text häufig auf meine eigenen Erfahrungen beziehen.

 

Ganzheitliche Öffnung

Eine Geburt hat dann, wenn sie nicht vorwiegend von klinischen Eingriffen geprägt ist, das Potential eine tiefgreifende “mystische” Erfahrung zu sein. Auch dann, wenn sie nicht oder nicht ausschließlich natürlich abläuft, kommen die werdenden Eltern in Kontakt mit Urkräften und Dimensionen, die bisher kaum in ihrem Bewusstsein waren.

Es geschieht nicht nur eine physische Öffnung, die den Weg des Babys aus dem Mutterleib ebnet. Wenn eine Mutter sich bei der Geburt dem Geschehen hingibt, tritt eine ganzheitliche Öffnung auf all ihren Ebenen ein. Mehr über die hier gemeinten Ebenen erfährst du in meinem Podcast Folge 001 – Ganzheitlich – Acht Ebenen.

Diese ganzheitliche Öffnung macht eine Geburt zu einem intensiven Ur-Ereignis, das sich kaum mit Worten beschreiben lässt.

 

Ganzheitliche Öffnung

 

Unglaubliche Kräfte erleben

Bei der Geburt meiner Tochter, war diese ganzheitliche Öffnung und das innere Loslassen, gefühlt das einzige „was mir übrig blieb“. Es gab keinen anderen „Ausweg“ aus dem Geburtsprozess, als mich den intensiven Kraftströmen hinzugeben. Insbesondere weil ich eine Hausgeburt hatte und „Eingriffe“ so weit wie möglich vermeiden wollte.

In dieser fast erschütternden kraftvollen Hingabe, war ich ganz mit meiner eigenen Quelle verbunden. Sie führte mich durch die Geburt hindurch. Sie ließ mich immer wieder meine Position verändern und ließ mich unglaubliche Kräfte erleben. Ein Teil davon, den ich nicht anders zu lenken vermochte, verflüchtigte sich in tiefen, durchdringenden Geburtslauten.

Nach der Geburt merkte ich, dass ich aus anderen Dimensionen langsam wieder in die Welt zurückkam. Das dauerte in meinem Fall mehrere Tage bis vielleicht sogar einige Wochen. In dieser Zeit beschrieb ich meinen Zustand mit dem Bild, dass ich von einem anderen Planeten langsam wieder auf die Erde fand. Das ging erstaunlich langsam. Und ich kam nie wieder dort an, von wo aus ich die Reise begonnen hatte. Ich hatte Unfassbares erlebt und gespürt. Das galt es erst einmal in mein neues Leben zu integrieren.

Ich fühlte mich so tief mit weiblichen Ur-Kräften verbunden wie noch nie in meinem Leben und empfand kurz nach der Geburt eine Hochachtung allen Frauen gegenüber. Denn ich erkannte, dass diese ungeahnten Kräfte in jeder Frau vorhanden sind. Über derartige männliche Urkräfte zu berichten fühle ich mich als Frau nicht in der Lage, doch ich bin mir sicher, dass sie ebenso mächtig sind.

 

Geburten verarbeiten

Es kann eine Herausforderung sein, nach einer Geburt wieder ganz bei sich anzukommen. Selbst dann, wenn die Tiefe der Erlebnisse kaum ins Bewusstsein gelangt und nur eine leise Ahnung davon wachgerufen wird, welche Kräfte in uns stecken.

Doch gerade das, was im Unbewussten zu verschwinden scheint, hat eine starke Wirkung. Der Anteil dessen, was uns im Unbewssten verborgen bleibt, beträgt in den meisten Fällen beachtliche 95%. Das was im Bewusstsein ankommt stellt nur die kleine Spitze eines riesigen Berges dar.

Durch eine Geburt ergeben sich für Mutter und Kind häufig Themen, die besonderer Aufmerksamkeit und ganzheitlicher Verarbeitung bedürfen. Sonst können Verhaftungen entstehen, die aus dem Unbewussten heraus das Leben von Mutter und Kind nachhaltig beeinflussen.

 

Geburtserlebnisse

Durch eine vollkommen unbelastete, sanfte Geburt haben wohl nur sehr wenige von uns das Licht der Welt erblickt. Und das was ein Mensch bei seiner eigenen Geburt erlebt, kann einen großen Einfluss auf seine Entwicklung nehmen.

Doch das heißt nicht, dass wir unser Leben lang „Opfer“ unserer Erfahrungen bleiben müssen. Mit Hilfe des innerwise-System ist es möglich, eigene Geburtserlebnisse auch noch im Erwachsenenalter ganzheitlich zu bewältigen und zu harmonisieren. Und das ganz ohne „mühevolle Aufarbeitung“ oder Drama.

Die eigenen Geburtsthemen sanft und nachhaltig anzuschauen und aufzulösen ist eine schöne Geburtsvorbereitung für werdende Mütter. Denn die Erlebnisse, die eine Frau aus ihrer eigenen Geburt mitbringt, können Abläufe bei Geburten ihrer Kinder beeinflussen.

Wenn eine Frau bereits Kinder zur Welt gebracht hat, können wiederum diese Geburtserlebnisse, weitere Geburten erschweren oder beeinträchtigen. Daher ist eine ganzheitliche Klärung im Kontext von Geburten so wichtig und wertvoll.

Da ich innerwise während der Schwangerschaft mit meiner Tochter noch nicht kannte, kann ich hier leider nicht von eigenen Erfahrungen berichten. Aus meiner heutigen Sicht möchte ich jedoch jeder Schwangeren ans Herz legen, sich für den Weg der ganzheitlichen Harmonisierung, z.B. durch das innerwise-System, zu öffnen.

 

Geburtserlebnisse

 

Wie kann eine ganzheitliche Klärung in Gang gebracht werden?

Innerwise umfasst eine Vielzahl von Werkzeugen und Möglichkeiten zur ganzheitlichen Klärung und Harmonisierung. In der Selbstanwendung bietet sich an, mit der kleinen Heilapotheke zu beginnen oder auch mit dem neuen System Dare to B’Riched. Dabei können individuelle Themen in den Fokus gestellt werden und damit zusammenhängende Verhaftungen und Blockaden erkannt und gelöst werden.

Eine weitere Möglichkeit sind visualisierte oder gezeichnete IMAGOs. Visualisierte IMAGOs sind innere Bilderreisen, in deren symbolhafter Sprache Erlebnisse angeschaut und geklärt werden können. Unterstützende Frequenzen, beispielsweise aus der kleinen Heilapotheke, ermöglichen einen sanften Verlauf durch die eigenen Bilder, ohne Retraumatisierungen zu erfahren.

Mit gezeichneten IMAGOs lassen sich auch komplexe Situationen und Abläufe erfassen und über die Blaupause (Zeichnung) ausgleichen. Ähnlich wie bei „Familienaufstellungen“ kann eine große Klarheit über wirkende Kräfte, ihre Positionen, Größen und Beziehugen zueinander entstehen. Es werden allerdings nicht wie bei Familienaufstellungen „menschliche Stellvertreter“ gewählt, die möglicherweise eigene Komponenten und Themen mit einfließen lassen. Stattdessen wird den “wirkenden Kräften” eine abstrakte Form gegeben. Sie werden übersichtlich auf den neutralen Grund eines Blatt Papiers gezeichnet und können so erfasst und harmonisiert werden.

Innerwise bietet so viele Möglichkeiten, dass ich sie hier nicht alle aufzählen kann. Wenn du dir Unterstützung bei deiner Klärung und auf deinem Weg wünschst, findest du auf hier eine Liste der innerwise Coaches und Mentoren. Es macht übrigens nicht immer Sinn, den örtlich am nähesten gelegenen Coach zu wählen. Wähle jemanden, der zu dir und deinem Anliegen passt. Mit diesem Fokus kannst du beispielsweise den Armlängentest nutzen, um zu erfahren, mit wem du dein Thema vollständig erfassen und klären kannst.

 

Reaktivierung verschütteter Themen

Das Begleiten eines Kindes schenkt den Eltern von der Schwangerschaft bis zur Nestflucht immer wieder Möglichkeiten, mit Erfahrungen aus der eigenen Kindheit Frieden zu schließen. Auf diesem Wege können wir uns die eigenen Muster bewusst machen und neue Wege erproben und festigen.

Das Wiederaufleben, alter Themen und Muster ist ein Phänomen, das mir vor dem Mutterwerden nicht so intensiv begegnent ist. In der Schwangerschaft können sich bereits mehr oder weniger deutliche Symptome und Anzeichen dafür zeigen. Die Geburt des eigenen Kindes spricht dann, wie bereits erwähnt, besonders intensiv Ebenen und Erfahrungen der werdenden Mutter an, die z.B. mit ihrer eigenen Geburt zusammenhängen können.

Wenn wir bereit sind aufmerksam hinzuschauen und uns immer wieder den eigenen Themen zu stellen, dann kann das Elternsein zu einem intensiven Transformations-Erlebnis werden. Jede Herausforderung, jeder Trigger, jeder Schatten, der durch den Alltag mit Babys und Kindern sichtbar wird, stellt eine Einladung und Chance dar, bisher im Unbewussten schlummernde Muster zu erkennen und zu bewältigen. Perfektion kann hierbei kein Ziel sein, sondern sich Schritt für Schritt mit sich selbst auszusöhnen und destruktive Muster zu überwinden.

Eine stetig wachsende Integrität und Selbstliebe im Alltag zu entfalten, ist aus meiner Sicht für jedes Elternteil eine realistische und umsetzbare Bestrebung.

 

Reaktivierung alter Themen

 

Die Erinnerung an den eigenen Schmerz

Für frischgebackene Eltern kann allein die Konfrontation mit rohem, ehrlichem Babyschreien eine Herausforderung darstellen. Dieses kann den eigenen unverarbeiteten Schmerz so intensiv triggern, dass sie kaum in der Lage sind, ihrem Baby mit angemessener Ruhe und Zentriertheit zu begegenen.

So sehr sie sich auch bemühen ihr Kind zu beruhigen und seine Bedürfnisse zu stillen, sie werden dies nicht aus einer Entspanntheit und liebevoller Ruhe heraus tun können. Denn sie bekommen immer wieder ihre ungelösten Themen serviert. Wenn ihnen dies nicht bewusst ist und sie die Einladung und das Geschenk darin nicht wahrnehmen, kann dies zu permanenten Belastungen führen.

Doch was tun, wenn einem im Zuge des Eltern-werdens derartige Schwierigkeiten begegnen? Gerade in so emotionalen Zeiten wie der ersten Babyzeit, können nur wenige Menschen so objektiv bleiben, ihre Themen selbst ganz zu erfassen und somit umfassend zu bewältigen. Aus meiner eigenen Erfahrungen heraus, möchte ich frischgebackenen Eltern, die im Kontakt mit ihrem Baby immer wieder aus ihrer Mitte geraten nahe legen, sich Unerstützung z.B. von einem innerwise Coach oder Mentor zu holen.

Ich durfte erfahren, dass es jeden erdenklichen Aufwand Wert ist, Schritte in die Richtung der inneren Bewältung und Heilung zu gehen. Denn alles, was beiseite geschoben wird, zeigt sich an anderer Stelle umso deutlicher, z.B. in der Partnerschaft, der eigenen Gesundheit oder sogar der Gesundheit des eigenen Kindes.

Deshalb ist es zum eigenen höchsten Wohle und zum höchsten Wohle aller Beteiligten, wenn wir uns eigenverantwortlich unseren eigenen Konflikten und Schwierigkeiten stellen.

 

Das Sich-Verlieren als Chance und Schub zu sich selbst

Besonders im ersten Babyjahr meiner Tochter, habe ich mich häufig gefragt, warum das Kinderkriegen nicht viel leichter und unbeschwerlicher sein kann. Ich habe mich so überfordert gefühlt mit allem, was in meinem Leben vor sich ging. Die Konfrontantion mit Erfahrungen von denen ich keinen Schimmer hatte, dass sie in dieser Intensität zum Elternsein dazugehören, traf mich durch und durch. Ich wusste nicht warum ich mich plötzlich in so einer großen Schwere befand.

Natürlich gehen nicht alle Eltern durch Krisen, so wie ich das tat. Daher spreche ich an dieser Stelle für mich persönlich: Für mich waren all die Herausforderungen in der Intensität unglaubliche Geschenke, die mir einen kräftigen Schub versetzt haben, um mich neu zu finden und tiefer als zuvor bei mir selbst anzukommen. Ohne den „Leidensdruck“, den die Erfahrung für mich mit sich gebracht hat, hätte ich nicht in einer so großen Klarheit und teilweise auch Radikalität alles in Gang gebracht, um wieder zurück in meine Lebensfreude zu gelangen.

 

An Erfahrungen wachsen

 

An Herausforderungen wachsen

Ich bin durch das Mutterwerden durch viele intensive Prozesse gegangen und habe mich so Schritt für Schritt gestärkt.

Viele Konzepte, Pläne, Dinge und auch Menschen durfte ich auf diesem Weg loslassen. Es sind Träume und Wünsche, starre Vorstellungen und Bestrebungen aus meinem Leben gewichen, die mich mehr belastet als gestärkt haben.

Nun fühle ich mich reicher und klarer als je zuvor. Ich möchte keine meiner Erfahrungen missen. Auch wenn sie mich an meine Grenzen gebracht und mit der Tiefe meiner Schatten konfrontiert haben.

Ich weiß um die Wichtigkeit der Schritte, die ich im Zuge des Mutterwerdens gegangen bin. Doch meine Tochter ist gerade erst 3,5 Jahre alt und das Potential der Erkenntnisse auf unserem gemeinsamen Weg ist weiterhin riesengroß. Es vergeht kaum ein Tag, an dem ich nicht spüre, dass weitere wichtige Erkenntnisse an meine Tür klopfen und neue Schritte anstehen.

 

Sich von Dogmen verabschieden

Wie anfangs erwähnt wollte ich als frischgebackene Mutter “alles richtig” machen. Nun ließe sich sagen, dass ich versagt habe, denn ich habe tatsächlich viel Mist gebaut. Als Partnerin, zwischenmenschlich in meinen Beziehungen zu anderen Menschen und auch immer wieder in der Beziehung zu meiner Tochter.

Doch was ich tatsächlich dadurch geschafft und erreicht habe, ist mich von vielen Dogmen zu verabschieden, die ich lange Zeit aufrecht erhalten habe. Diesen Schritt erkenne ich nun als besonders wertvoll für alle Lebensbereiche.

 

Dogmen

 

Denn solange starre Konzepte und Vorstellungen über das Elternsein, Erziehung, Ernährung, Gesundheit, unseren Lebensweg, das Menschsein, das Leben, etc. unser Handeln bestimmen, erlauben wir, dass destruktive Macht und Kontrolle in unserem Leben eine große Rolle spielen. Derartige Macht- und Kontrollspiele machen starr und eng, sie begrenzen unsere Freiheit und verhindern die eigene Selbstentfaltung. Diese Art von Leben ist für mich nicht mehr stimmig und ich denke, das wird es nie mehr sein.

Den Weg zu sich selbst zu beschreiten ist nicht immer leicht und bringt neue ungeahnte Herausforderungen mit sich. Doch er ist der einzige Weg, der mehr und mehr Weite und Freude statt wachsende Enge und Starre in unser Leben bringt.

Wenn du das erlebst, weißt du, dass du “richtig” bist.

 

 

Alles Liebe von Dora